«Gott ist unser Versorger»

Am Sonntag feiert der Verein «Lebendiges Wasser» seinen Eröffnungsgottesdienst im Migros-Gebäude beim Bahnhof Diessenhofen. Die letzten zehn Jahre war er in Winterthur zu Hause.

Caspar Hesse
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«Wir sehen Zeichen und Wunder»: Die Kirchenleiter Peter Wehrli und Ralph Rickenbach. (Bild: Nana do Carmo)

«Wir sehen Zeichen und Wunder»: Die Kirchenleiter Peter Wehrli und Ralph Rickenbach. (Bild: Nana do Carmo)

DIESSENHOFEN. Vor genau zehn Jahren hatte Peter Wehrli in Ettenhausen bei Aadorf seinen Verein «Lebendiges Wasser» gegründet. Damals fanden die Gottesdienste noch in seiner Wohnung statt. Später folgte der Umzug nach Winterthur, erst an die Rudolf-Diesel-Strasse, in der Nähe des Einkaufszentrums Grüze, danach ins Zeughaus, wo sie eingemietet waren. «Doch unsere Zeit in Winterthur lief ab, wir streckten die Fühler aus», sagt der Freikirchenleiter Peter Wehrli.

Zuerst war in Diessenhofen ein altes Chrischona-Gebäude ausgeschrieben, doch daraus wurde dann doch nichts. Im Ort habe man dann aber die Möglichkeit gehabt, in der Migros beim Bahnhof Diessenhofen die ganze erste Etage zu kaufen. «Nun sind wir erstmals nicht zur Miete, sondern vermieten sogar selber», freut sich Wehrli. Doch «wir wollen keine Kirche bauen, sondern das Reich Gottes».

1989 nach Kanada

Die Freikirche finanziert sich wie üblich durch einen Zehnten und durch Spenden. Alles ist freiwillig. «Wir üben keinen Druck aus, so sind wir unabhängig. Wir säen ins Reich Gottes, deshalb ist auch Gott unser Versorger», sagt Wehrli. Er habe schon ein Couvert mit 1000 Franken unter dem Scheibenwischer gehabt, ein andermal sei ein Couvert mit 500 Franken im Briefkasten gelegen. Das sind für ihn Spenden «von oben», so bleibt die Kirche unbeeinflusst.

Die Ältestenschaft der Gemeinde besteht aus Peter und Ria Wehrli und Ralph und Christina Rickenbach. Sie werden unterstützt von Urs und Anita Bucher. Wehrlis waren 1989 nach Kanada ausgewandert und fanden ihre geistliche Heimat in der Gemeinde «Lake City Christian Center», wie es auf der Homepage heisst. 2003 habe Gott zu ihnen gesprochen, wieder in die Schweiz zurückzukehren. «Doch ich wäre nicht gegangen, wenn nur ich es selber gehört hätte», ergänzt Wehrli. Er sei von anderen unabhängig davon unterstützt worden. Ebenfalls im Gebet und in der Suche seien der Standort Winterthur und der Name des Vereins entstanden.

Kraft, Erfüllung und Freude

Theologisch sieht sich der Verein Lebendiges Wasser als etwas weniger konservativ als die Chrischona-Gemeinde. «Wir glauben an das Wirken des Heiligen Geistes», sagt Wehrli. «Der Glaube gibt uns Kraft, Erfüllung und Freude.»

Rickenbach ergänzt: «Gott lebt auch heute noch. Wir sehen Zeichen und Wunder.» Als sein Sohn 2006 verunfallte und mehrere Monate im Koma lag, hätten 1000 Personen auf der ganzen Welt für ihn gebetet. «Heute ist er wieder fast vollständig gesund.» Rickenbach schreibt über diese Entwicklung ein Buch.

Lebendiges Wasser, Bahnhofstr. 15, Diessenhofen. Eröffnungsgottesdienst am Sonntag um 10.30 Uhr. www.lebendigeswasser.ch