GÖTIGHOFEN: Monika Knill soll in den Ausstand treten

Die Primarschulbehörde weist die Analyse des Kantons in Sachen Volksschulgemeinde zurück und wirft der Regierungsrätin Befangenheit vor. Ausserdem liebäugelt sie mit einem grösseren Zusammenschluss im Aach-Thur-Land.

Rita Kohn
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Die Schule in Götighofen will eine eigenständige Landschulgemeinde bleiben. (Bild: Donato Caspari)

Die Schule in Götighofen will eine eigenständige Landschulgemeinde bleiben. (Bild: Donato Caspari)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

«Frau Knill ist befangen.» Die Stellungnahme, die die Schulbehörde Götighofen am Montag an das Departement für Erziehung und Kultur (DEK) gesandt hat, spricht eine eindeutige Sprache. Die Rede ist von einem massiv verletzten Anspruch auf rechtliches Gehör, von um ihr Mitwirkungsrecht betrogenen Stimmberechtigten und von einer längerfristigen Schlechterstellung der Primarschule Götighofen. Verfasst hat die Stellungnahme Peter Hofmann von der Fachstelle Schulrecht GmbH.

Grund für das brisante Einschreiben ans DEK ist eine Analyse, die sich mit der Eingliederung der Primarschule Götighofen in die neu zu bildende Volksschulgemeinde Schönenberg-Kradolf-Sulgen befasst. Ein Ansinnen, das die Götighofer Stimmberechtigten mit 56 Nein zu 24 Ja an der Gemeindeversammlung vom 7. Februar abgeschmettert hatten. Weil sich aber die Primarschulgemeinden Sulgen und Schönenberg-Kradolf gleichzeitig klar für die Bildung einer Volksschulgemeinde entschieden, sollte die Kleinstschulgemeinde Götighofen gemäss DEK-Analyse trotz Ablehnung durch die Schulbürger in diese Volksschulgemeinde eingebunden werden.

Kein Geld für einen Rechtsstreit

Entscheidet der Regierungsrat gegen die Selbstständigkeit von Götighofen, darf die Schulbehörde keine Rechtsmittel ergreifen. Die Schulbürger verweigerten an der ausserordentlichen Schulgemeindeversammlung einen entsprechenden Kredit. Laut Thomas Müller wird sich die Schulbehörde dem Verdikt beugen. «Das heisst aber nicht, dass es keine Privatpersonen oder Gruppierungen geben wird, die den Entscheid anfechten werden.» Er wisse nichts Konkretes, könne sich aber vorstellen, dass sich gerade in Buchackern (eine der drei Ortschaften, die sich im Einzugsgebiet der Primarschule befinden) eine entsprechende Gruppe zusammenfinden könnte.

Es kommt nicht von ungefähr, dass der Schulpräsident just in Buchackern Widerstand vermutet. Denn in den letzten Wochen ist ein neuer Aspekt aufgetaucht, der die Zukunft der eigenständigen Primarschule Götighofen in Frage stellen könnte: Die Volksschule Erlen hat ein Gesuch um Gebietsumteilung von Buchackern gestellt. «Buchackern gehört politisch zur Gemeinde Erlen. Aber die Einwohner haben in der Volksschule Erlen kein Stimmrecht, weil sie der Primarschule Götighofen zugeteilt sind. Die Sekundarschule besuchen sie jedoch in Erlen», erklärt Heinz Leuenberger, Schulpräsident von Erlen, das Gesuch. «Ich denke, es war unser gutes Recht, die Gebietsumteilung jetzt anzusprechen.» Er sieht keinen Nachteil für Götighofen: Die Kinder könnten im Rahmen des Schulgeldabkommens dennoch die Primarschule auf dem Hochplateau besuchen. Es habe bis jetzt auch aus Buchackern keine offiziellen Reaktionen auf das Umteilungsgesuch gegeben, sagt der Erler Volksschulpräsident.

Auf die Volksschule verzichten

In ihrer Stellungnahme zur DEK-Analyse hält die Schulbehörde Götighofen nicht nur fest, dass die Bildung einer Volksschulgemeinde zu früh komme, sie schlägt gar vor, vorläufig ganz auf die Volksschulgemeinde zu verzichten. Ungeachtet des klaren Volkswillens in den beiden betroffenen Primarschulgemeinden sieht Götighofen eine mögliche Lösung im Zusammenschluss von Sulgen und Schönenberg-Kradolf zu einer gemeinsamen Primarschulgemeinde. Das würde die Probleme bei der Suche nach Behördenmitgliedern lösen, ist Peter Hofmann als Vertreter der Schulbehörde Götighofen überzeugt.

Sollte das kein Weg sein, so sieht Götighofen einen weiteren Lösungsansatz in der Bildung einer Volksschulgemeinde Aach-Thur-Land, also einem Zusammenschluss der beiden Sekundarschulkreise Sulgen und Erlen. Heinz Leuenberger jedoch winkt ab. Diese Frage sei schon geklärt worden, bevor sich die Kommission mit der Bildung einer Volksschule Sulgen befasst habe. «Wir haben die Anfrage aus Sulgen ablehnend beantwortet», sagt er. Momentan sei das für Erlen keine Option.