«God dag», die Pfadis sind zurück

Rund 60 Pfadis aus dem Thurgau verbrachten zwei Wochen im Weltpfadilager «Jamboree» in Schweden, wo man sich mit «God dag» begrüsst. Am Montag sind sie müde, aber voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse nach Hause zurückgekehrt.

Sereina Capatt
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Heimgekehrt aus Schweden: Die Pfadis hatten viel zu erzählen. (Bild: Stefan Beusch)

Heimgekehrt aus Schweden: Die Pfadis hatten viel zu erzählen. (Bild: Stefan Beusch)

Weinfelden. «Lasst doch erst einmal alle aussteigen», tönt es aus der Menge. Es ist viel Betrieb am Weinfelder Bahnhof, denn die schwerbepackten Thurgauer Pfadfinder sind eben eingetroffen. Mit riesigen Rucksäcken und viel Material steigen sie auf das Perron, wo sie von Verwandten und Freunden umzingelt und in die Arme geschlossen werden.

Nach der 24-stündigen Reise mit Bus, Fähre und Extrazug, der speziell für die 1200 Schweizer organisiert wurde, sind die Pfadis vor allem eines: erschöpft.

40 000 Pfadis in einem Zeltlager

Mit 40 000 anderen aus rund 150 Ländern campierten die Thurgauer unter dem Motto «Simply scouting» im Sinne von «Pfadi pur». Gelebt hatten sie in Kristianstad in Südschweden, auf einem riesigen Areal. «Um das Lager zu durchqueren, war man zu Fuss mindestens eine halbe Stunde unterwegs», sagt Pfadileiter Oliver Bieri. Das Zeltlager war in kleine Dörfer unterteilt, wobei Pfadis aus verschiedensten Nationen Zelt an Zelt wohnten. «Neben uns campierten Österreicher und Pfadis aus Wales, dadurch waren wir ständig in Kontakt mit den unterschiedlichsten Kulturen», sagt Bieri.

Friedliches Zusammenleben

Trotz der kulturellen Vielfalt sei das Lager sehr friedlich verlaufen. «Nur manchmal abends beschwerten sich einige, weil die Schweizer wieder einmal etwas zu laut waren», sagt Armin Hanselmann aus St. Margrethen und lacht; er war ebenfalls als Leiter tätig. «Doch tatsächlich waren wir einfach eine grosse Pfadigemeinschaft und alle freuten sich, neue Leute kennenzulernen», fügt Bieri an.

Wasserkraft und Zirkus

Auf die Frage nach den täglichen Aktivitäten beginnen die beiden Pfadileiter zu schwärmen. «Es war einfach immer etwas los. Die einen beschäftigten sich mit erneuerbaren Energien, indem sie ein Windrad konstruierten, und andere vergnügten sich im Seilpark oder organisierten einen Zirkus mit Pfadis als Artisten», sagt Hanselmann. «Ausserdem gab es Gruppen, die eigene Kulturen gründeten und anschliessend versuchten, die verschiedenen Lebensweisen miteinander in Kontakt zu bringen.»

Das schönste Erlebnis? Die beiden tun sich damit schwer, etwas herauszugreifen. Für Bieri war's die Endfeier. «Es gab ein riesiges Feuerwerk, der schwedische König Gustaf, selbst ein Pfadfinder, hielt eine Rede und viele berühmte Livebands wie etwa Europe sorgten für einen sehr eindrücklichen Abschluss des Pfadilagers.» Hanselmann nickt und sagt: «Insgesamt war das ganze Lager einmalig und es war grossartig, ein Teil davon zu sein.»

Krawatten als Souvenir

Als Erinnerungsstück an die tolle Zeit sei es üblich, ihre Krawatten mit anderen Pfadis zu tauschen. Stolz zeigt Bieri auf seine Errungenschaften. «Eine Krawatte habe ich von einer Österreicherin, eine andere von einem Schweden. Ich finde sie nicht nur sehr schön, sondern sie erinnern mich auch an die tollen zwei Wochen, die wir im <Jamboree> erleben durften.»

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