Glückliches Ende: Mutter darf Urne des Sohnes mitnehmen

BASADINGEN. Die Gemeinde Basadingen hat eingelenkt: Sie erlaubt die Umbettung einer Urne. Die Mutter muss aber die Pflege der Grablücke bezahlen.

Ida Sandl
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Der Munot auf Kevins Grabstein zeigt seine Liebe zu Schaffhausen. (Bild: Nana do Carmo)

Der Munot auf Kevins Grabstein zeigt seine Liebe zu Schaffhausen. (Bild: Nana do Carmo)

Basadingen. Gestern morgen hat Angelika Ruech die gute Nachricht erhalten: Sie darf die Urne des Sohnes mitnehmen an ihren neuen Wohnort ins Schaffhausische Thayngen. «Ich bin unbeschreiblich froh und erleichtert», sagt die 40-Jährige. Die Umbettung soll möglichst schnell geschehen. Dann möchte Angelika Ruech alles, was in den vergangenen Wochen passiert ist, abschliessen und vergessen. «Es war ein Albtraum», sagt sie.

Die Basadinger Friedhofskommission wollte zuerst nicht erlauben, dass die Urne gezügelt wird. Sie sei sogar auf offener Strasse angefeindet worden, erzählt Angelika Ruech. Alles Reden habe nichts gefruchtet. Da wusste sich die Mutter nicht mehr anders zu helfen. Sie schrieb einen Leserbrief und der «Blick» berichtete über den Urnenstreit.

Der Artikel habe den Entscheid nicht beeinflusst, sagt Peter Mathys, Gemeindeammann von Basadingen. Nachdem die Mutter den verlangten Antrag vorlegte, habe die Kommission relativ schnell eingewilligt. Die Zustimmung ist mit Auflagen verbunden. So muss Angelika Ruech eine Gebühr für die Bepflanzung der Lücke zahlen, die durch die Verlegung entsteht. Die Gemeinde will den Platz 13 Jahre freihalten. «Die Gebühr ist tragbar», sagt Mathys. Zahlen möchte er nicht nennen. Die Umbettung müsse auch professionell und pietätvoll erfolgen. Die Basadinger ändern jetzt ihr Friedhofsreglement, bisher war darin die Umbettung einer Urne nicht vorgesehen.

Auf dem Friedhof in Thayngen werde Kevins Urne bleiben. «Wir sind Schaffhauser», sagt Angelika Ruech. Sie habe halt in Basadingen gewohnt, als Kevin im 2008 starb. Er wurde nur 19 Jahre alt. Damals sei sie so unter Schock gestanden, dass sie nicht an die Zukunft denken konnte.

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