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Glücklich dank Helene Fischer

Positive und negative Emotionen gehören zusammen. Wer nur Glücksgefühle habe, werde irgendwann einmal psychisch gestört – dies sagt der renommierte Neuropsychologe und Bestsellerautor Lutz Jäncke in Frauenfeld.
Christof Lampart
Der Neuropsychologe Lutz Jäncke bei seinem Vortrag im Frauenfelder Casino. (Bild: Christof Lampart)

Der Neuropsychologe Lutz Jäncke bei seinem Vortrag im Frauenfelder Casino. (Bild: Christof Lampart)

FRAUENFELD. Dass der bekannte Forscher und Professor für Neuropsychologie an der Universität Zürich am Sonntag vor praktisch vollem Haus im Frauenfelder Casino sprach, war kein Zufall. Denn anlässlich des Tags der Kranken hatte die Clienia Littenheid AG, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, den ebenso prominenten wie gewitzten Redner eingeladen, um über das Thema «Heiterkeit und Hirn» zu reden.

Runter von Wolke sieben

Lutz Jäncke nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine faszinierende Reise und zeigte auf verständliche und unterhaltsame Weise, wie unser Hirn unser Denken, Handeln und Fühlen beeinflusst – und dass das manchmal nur am Rande mit Vernunft zu tun hat.

So legte er unter anderem dar, dass Gefühle unser Verhalten steuern und ein Leben in reinem Glück – so sehr sich viele das in der Theorie erträumten – nicht wünschenswert sei, denn «manchmal müssen einem die gegenteiligen Gefühle dabei helfen, wieder von Wolke sieben herunter zu kommen. So schiesst man am Ende ganz durch die Decke – und das ist nicht gesund», formulierte Jäncke salopp.

Glücksgefühle entstünden, wenn das sogenannte Lustzentrum im Gehirn aktiviert wird – beispielsweise durch Sex oder ein gutes Essen. Ein gutes Zeichen dafür sei, so Jäncke, das «Gänsehautgefühl».

Schlager macht Mozart-Fan an

Das Tückische am Ganzen sei jedoch, dass das Lustzentrum oft etwas anderes toll fände, als der Mensch nach aussen zugebe. «Bei einem Mozart-Fan ging im Lustzentrum regelrecht die Post ab, als wir ihm das Musikanten-Stadl vorspielten; bei <Cosi fan tutte> regte sich hingegen bei ihm gar nichts», erklärte Jäncke. Für den ihn ist klar: «Viele Menschen fühlen zwar instinktiv, welche Musik sie glücklich macht, wollen es aber nicht, aus irgendwelchen Gründen, offen zugeben.» Momentan beschäftige sich sein Institut mit der Musik von Helene Fischer. «Was meinen Sie wohl, was dann bei den Männern im Gehirn los sein wird, wenn wir die Messungen vornehmen werden?», so Jäncke lachend.

Wie man mit dem Glück sonst noch so umgehen beziehungsweise diesem ein wenig auf die Sprünge helfen kann, zeigte auch in diversen Sketchen das Theaterensemble Colori aus St. Gallen auf ebenso beeindruckende wie auch unterhaltsame Art und Weise.

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