GLP und BDP brauchen mehr Personal

Die Wahlerfolge in Zürich und Baselland beflügeln die zwei jüngsten Thurgauer Parteien. Beide wollen bei National- und Grossratswahlen reüssieren. Die Gemeinderatswahlen in Frauenfeld zeigen allerdings, dass Kandidaten fehlen.

Marc Haltiner
Drucken
Teilen

frauenfeld. Der Kontrast könnte nicht grösser sein. Vor einer Woche in Baselland, vor allem aber am Sonntag in Zürich war die Grünliberale Partei (GLP) die grosse Wahlsiegerin. Im Zürcher Kantonsrat konnte sie ihre Mandatszahl fast verdoppeln – von 10 auf 19 der 180 Sitze. Der Zugewinn im Thurgau nimmt sich daneben bescheiden aus: Einen einzigen Sitz konnte die GLP am Sonntag bei den Gemeinderatswahlen in Frauenfeld holen.

Im Thurgau schwieriger

Entsprechend zeigt sich Robert Meyer, der Co-Präsident der Thurgauer GLP, zwar erfreut, aber nicht euphorisch. «Im Thurgau dürfte es schwieriger werden, so stark zuzulegen.» Wählerinnen und Wähler seien zurückhaltender. Meyer gibt aber zu, dass der bescheidene Gewinn in Frauenfeld auch mit den personellen Ressourcen der GLP zu tun hat. Bei 40 Gemeinderatssitzen sei die GLP nur gerade mit fünf Kandidatinnen und Kandidaten angetreten. Hätte die Partei mehr Kandidaten aufgestellt, wären die Chancen auf einen zweiten Sitz grösser gewesen, glaubt Meyer. Bei den Gemeindeparlamentswahlen in Arbon, Kreuzlingen und Weinfelden trat die GLP gar nicht an.

Meyer räumt denn auch ein, dass die GLP schweizweit wie im Thurgau an personelle Grenzen stossen wird, falls die Wahlerfolge anhalten. Die GLP als junge Partei habe kein riesiges Reservoir an Kandidaten. Zu den Nationalratswahlen will die GLP aber mit einer eigenen Liste antreten (siehe Box).

Schwach in drei Bezirken

Im Thurgau ist die Partei laut Meyer in den Bezirken Frauenfeld und Münchwilen stark, wo sich die 100 Mitglieder konzentrieren. Schwächer aufgestellt ist sie in den Bezirken Arbon, Kreuzlingen und Weinfelden. Die GLP wolle zwar in allen fünf Bezirken 2012 für den Grossen Rat kandidieren. Es brauche aber mehr Mitglieder, um die Listen zu bilden. Die GLP will daher laut Meyer aktiv werden: So will die Partei – eventuell mit einer Kampagne – verstärkt Mitglieder werben. Und sie will neben der Umweltpolitik andere Themen stärker gewichten. Heute stellt die GLP zwei Kantonsräte.

Rund 100 Mitglieder weist im Thurgau auch die BDP auf, die in Baselland und Zürich ebenfalls zu den Siegerinnen zählte. Sie will 2012 in allen fünf Bezirken mit Listen für den Grossen Rat kandidieren, wie BDP-Kantonalpräsident Pascal Bertschinger erklärt. «Unser Ziel ist die Fraktionsstärke.» Nach den Erfolgen sei er zuversichtlich, dass sich die BDP von 0 auf 5 Sitze steigern könne. Bei den Nationalratswahlen fehlt aber noch ein Name auf der Liste. Die BDP verhandle mit sechs bekannten Thurgauern über einen Betritt, sagt Bertschinger, will aber noch keine Namen nennen. Nach den Wahlen sei es einfacher, Mitglieder zu gewinnen.

Erneut Sitze eingebüsst haben in Zürich die Mitteparteien CVP und FDP. CVP-Präsidentin Cäcilia Bosshard und FDP-Präsident Bruno Lüscher betonen, dass sich ihre Parteien anstrengen und stark kommunizieren müssen. Die Umweltpolitik werde im Wahlkampf eine wichtigere Rolle spielen. «Uns fehlt aber das G im Namen», sagt Bosshard.

Aktuelle Nachrichten