Glarner-Modell für den Bezirk?

Fusionen zwischen Gemeinden der Region Frauenfeld sind ein latentes Thema. Auch die Regio denkt über Zusammenschlüsse nach, sagt der Stettfurter Gemeindeammann Thomas Gamper.

Christof Lampart
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Thomas Gamper referierte zum Thema Gemeindefusionen. (Bild: Christof Lampart)

Thomas Gamper referierte zum Thema Gemeindefusionen. (Bild: Christof Lampart)

HÜTTWILEN. An der Jahresversammlung der FDP/Die Liberalen des Bezirks Frauenfeld zog Präsident Jörg Schläpfer im «Haldenhof» in Hüttwilen nach seinem ersten Amtsjahr ein positives Fazit. Zwar habe man noch keine neuen Stammtische oder Ortsparteien gründen können, dafür aber viele Kontakte geknüpft.

Aus diesem Grund verdoppelte die Bezirks-FDP im Budget 2013 den Posten Veranstaltungen auf 3000 Franken. «Wir wollen die Anlässe intensivieren, denn nur so werden wir bekannter und können auf die Dauer unser Ziel, bei den nächsten Kantonsratswahlen einen fünften FDP-Sitz für den Bezirk Frauenfeld zu erringen, erreichen», sagte Schläpfer.

Schön viele Spenden

Massiv verschätzt hatte sich die Bezirkspartei beim Budget 2012 – allerdings im positiven Sinne. Anstatt der budgetierten 8700 Franken an Einnahmen resultierten solche von 25 500 Franken. Diese massive Besserstellung war, wie Kassierin Sandra Streib erklärte, auf eine «konservative Planung» zurückzuführen. Denn aufgrund der erfolgten Bezirksreorganisation habe sie nicht gewusst, mit welchen Einnahmen sie genau rechnen könne – und habe deshalb Spendeneinnahmen beim Budget 2012 weggelassen. Tatsächlich kamen jedoch 16 900 Franken an Spenden rein. So schloss die Rechnung 2012 nicht mit dem budgetierten Minus von 19 300 Franken, sondern nur mit einem solchen von 7600 Franken ab. Das Parteivermögen beläuft sich neu auf 20 700 Franken. Das Budget 2013 rechnet mit einem Gewinn von 1600 Franken.

Politische Landschaft verändern

Nach den offiziellen Traktanden sprach der Stettfurter Gemeindeammann Thomas Gamper über die Regio Frauenfeld. Spannend waren seine Ausführungen zur Zukunft der Regio.

Es könnte durchaus sein, dass die Region sich in den nächsten zehn Jahren zum «Cluster im Gesundheits- und Medizinalbereich» entwickelt, so Gamper. Geradezu visionär mutete jedoch eine Idee an, welche, so Gamper, schon im Regio-Vorstand angedacht worden sei: Nämlich die Reduktion der aktuell 15 Regio-Gemeinden auf einige wenige. Zwar seien momentan keinerlei Fusionsbestrebungen auszumachen, aber er sei davon überzeugt, dass «in 20 oder 30 Jahren die Region in Sachen Gemeinden anders aussehen wird».

Mitspracherechte sichern

Für die dann eingemeindeten heutigen Aussengemeinden Frauenfelds müsste es dann jedoch ein politisches Mitspracherecht in einem Zweikammer-System geben. «So eine Art Ständerat, welcher beispielsweise auch die Stettfurter Interessen wahrnehmen würde, denn wir Aussengemeinden sind es gewohnt, dass wir auch etwas zu sagen haben.»

Besitzstandgarantie

Regierungsrat Kaspar Schläpfer, der an der Versammlung teilnahm, erklärte, dass es seitens Kanton keine Bestrebungen in Sachen Gemeindereorganisation gebe. Im Gegenteil: «Als wir bei der letzten Gemeindereorganisation auf 80 Gemeinden reduzierten, haben wir diesen in der Verfassung eine Besitzstandsgarantie gegeben; daran wird nicht gerüttelt.» Sollten jedoch Gemeinden Fusionsabsichten äussern, so werde der Kanton den Prozess sicher unterstützen.