Gewinner will keinen Thron

Gallus Müller hat den Aadorfer Anerkennungspreis für das Jahr 2012 gewonnen. Trotzdem gab sich der Politiker aus Guntershausen bescheiden.

Kurt Lichtensteiger
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Der Aadorfer des Jahres Gallus Müller wollte lieber beim Stehtisch bleiben, als sich auf einen samtbezogenen Lehnstuhl zu setzen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Der Aadorfer des Jahres Gallus Müller wollte lieber beim Stehtisch bleiben, als sich auf einen samtbezogenen Lehnstuhl zu setzen. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

AADORF. Die Ehrenmeldung für besondere Verdienste in der Gemeinde wollte Gallus Müller nicht auf einem samtbezogenen Lehnstuhl aus feudalistischer Epoche entgegennehmen, wie dies seine Vorgänger taten.

«Ich fühle mich wohler an einem Stehtisch», sagte Müller im Vorfeld dem Organisationskomitee. Wohl aus Bescheidenheit, die dem 57-Jährigen eigen ist. Dazu gab es indessen keinen Anlass, zu umfangreich gestalteten sich die aufgezählten Leistungen des Geehrten, in der Laudatio bildlich untermalt von Sonja Mathis. Als Turner setzte er sich für die Entwicklung seines Lieblingssports ein, in der Politik während 20 Jahren im Gemeinderat und seit 13 Jahren im Kantonsrat. Dazu kommen weitere Engagements, so für die Hauseigentümer, die CVP und als Funktionär im Dienste weiterer Institutionen und Vereine.

Ettenhausen gut vertreten

Dass Aadorf mit seinen gut 8500 Einwohnern über ein beschränktes Reservoir an überdurchschnittlichen Sportlern verfügt und mit natürlichen Fluktuationen vorlieb nehmen muss, liegt in der Natur der Sache.

Verletzungspech reduzierte zudem eine mögliche grössere Auswahl. Deshalb waren weniger Nominationen eingegangen als in den Vorjahren. Dieser Umstand schmälerte aber keineswegs die zu honorierenden Leistungen, wie etwa jene des Faustballvereins Ettenhausen, der mit einem beachtlichen Palmarès aufwartete.

Die Faustballer setzten sich im Mannschaftswettbewerb denn auch vor das OK des Kreismusiktages und den Tischtennisclub Ettenhausen, der immerhin 19 Medaillen aus der Thurgauer Meisterschaft eingeheimst hatte. Ebenfalls einen Check mit Bargeld konnte Radrennfahrer Lukas Rutishauser aus Wittenwil in der Kategorie Nachwuchstalent für seine erstaunlichen Plazierungen entgegennehmen, derweil bei den Teams das RSS Team Aadorf-Elgg (Bike-Club Aadorf) eine erneute Ehrenmeldung verdiente.

Gute musikalische Darbietung

Gäbe es einen weiteren Preis zur Vergabe, so hätte diesen die Kommission «Kultur, Freizeit und Sport» verdient gehabt. Mit eingeschlossen Andy Marti, Conférencier und Moderator, der wiederum umsichtig, eloquent und einfühlsam durch das anderthalbstündige Programm führte. Die Bevölkerung und die Protagonisten dankten mit herzlichem Beifall und würdigten im Speziellen die musikalischen Darbietungen. Gesanglich bewies der Schülerchor von Nico Lengwiler erstaunliche Zungenfertigkeit und viel Taktgefühl. Instrumental überzeugte der Auftritt von «Dai Kimoto & the Monkeys Jazzband» die Anwesenden. Mit Blues- und Rockmelodien spielten sich die Kids in die Herzen der Zuhörerschaft.

Abwechslungsreicher Anlass

Höchst erstaunlich, welche Stufe der japanische Bandleader Dai Kimoto, klischeehaft ausgerüstet mit Fotokamera, mit seinen Schützlingen erreicht. Besucherin Silvia Ammann aus Aadorf meinte bei dem von der Gemeinde abschliessend offerierten Apéro: «Ich komme seit Jahren, und jedesmal ist der Anlass schön und abwechslungsreich. Mich interessiert, was die Jungen so machen und immer wieder bin ich überrascht ob der tollen Leistungen. Zudem rechtfertigt allein der Unterhaltungsteil einen Besuch.»

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