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GEWERBE: Stolz und Sorgen

Der Thurgauer Gewerbeverband ist stolz auf seinen international erfolgreichen Berufsnachwuchs, aber er ist auch in Sorge, weil viele Jugendliche an die Universitäten strömen. Dadurch würden Praktiker fehlen.
Sebastian Keller
Präsident Hansjörg Brunner, flankiert vom Verbandsvorstand, spricht zu den Delegierten in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Präsident Hansjörg Brunner, flankiert vom Verbandsvorstand, spricht zu den Delegierten in Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Am Anfang und am Ende der 126. Delegiertenversammlung des Thurgauer Gewerbeverbandes (TGV) stand die Berufsbildung. «Meine Lehre hat mich geprägt», sagte Hansjörg Brunner, TGV-Präsident und seit kurzem FDP-Nationalrat. Fan der dualen Berufsbildung war er schon früh – angeschoben durch einen anderen Hinterthurgauer: Hausi Leutenegger. Bob-Olympiasieger, Schauspieler, Unternehmer. Am Anfang von dessen Karriere stand ebenfalls eine Lehre, die zum Bauschlosser. Doch Brunner ist in Sorge: «Wenn immer mehr Jugendliche an Universitäten strömen, fehlen uns die Praktiker», sagte er zu den 222 Delegierten. Inklusive Gästen wohnten 347 Personen der DV bei. Sie vernahmen auch die Worte von Regierungsrat Walter Schönholzer. Doch auch er hatte Sorgen dabei. Eine ist das geplante Aus der Agroscope-Forschung in Tänikon. «Der Thurgauer Regierungsrat wehrt sich vehement gegen den Vertragsbruch seitens des Bundes.» In diesem Kampf zähle er auf die Unterstützung des Gewerbes (siehe Kasten).

Thurgauer Regierung unterstützt Druckaufbau

Die zweite Sorge ist der Einkaufstourismus. Schönholzer erzählte, dass er mit einer Delegation der Schaffhauser und St. Galler Regierungen am 22. Februar bei Bundesrat Johann Schneider-Ammann vorstellig wurde. «Wir haben ihm erklärt, um was es beim Thema Einkaufstourismus für uns geht.» Die ganze Ostschweiz sei besonders betroffen. Deshalb unterstütze die Kantonsregierung eine Standesinitiative, welche die Wertfreigrenze im Visier hat. «Es schadet nicht, zusätzlichen Druck auf die Landesregierung aufzubauen», sagte Schönholzer.

Die Traktanden der DV waren rasch abgehandelt. Rechnung, Budget, Jahresbericht, Mitgliederbeiträge: Alle wurden einstimmig gutgeheissen. Ebenso die Wahl von Kantonsrat Mathias Tschanen. Der Bauunternehmer und SVP-Kantonsrat aus Mülheim folgt auf Kantonsrats- und Parteikollege Hanspeter Gantenbein im TGV-Vorstand. Dieser wirkte neun Jahre mit. «Mit viel Energie und Herzblut», lobte Vorstandsmitglied Angela Haltiner den Wuppenauer. Zum Dank wurde er Ehrenmitglied.

Zum Schluss sass die Speerspitze der Berufsbildung auf der Bühne: Kosmetikerin Valeria Tschann (Ottoberg), die an den World Skills in Abu Dhabi ein Diplom holte. Neben ihr auf dem Sofa nahm Sven Bürki (Lanzenneunforn), Möbelschreiner-Weltmeister, Platz. Nach dem Erfolgsrezept gefragt, antwortete Tschann: «Biss zeigen!» Das gelte auch für ihn, sagte Bürki. Sein Chef, Heinz Fehlmann, erzählte, dass er zwar auf die Goldmedaille seines Lehrlings angesprochen werde. Aber: Die Möbel könne er deswegen nicht teurer verkaufen. Dem Image sei es aber zuträglich.

Ruedi Signer, 1997 Maurer-Weltmeister und heute Experte an den Wettbewerben, sagte, dass heute mit grösserer Kelle angerichtet werde. «Das Medieninteresse ist heute viel grösser.» Einig waren sich die Podiumsteilnehmer darin, dass möglichst viele junge Berufsleute für Berufsmeisterschaften motiviert werden sollten. «Ich kann es jedem empfehlen», sagte Tschann. Bürki meinte: «Ich habe viel gelernt, das ich im Arbeitsalltag einsetzen kann.»

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