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GESUNDHEIT: Die Luft ist draussen

Spitaleinweisungen wegen Raucherlungen haben im Thurgau zugenommen. In Kantonen mit einem umfassenderen Rauchverbot sind sie eher zurückgegangen. Für Folgerungen ist es zu früh.
Thomas Wunderlin
Wer bis 21 nicht raucht, beginnt wahrscheinlich nicht mehr damit: Zigarettenverkauf am Open Air Frauenfeld (Bild: Reto Martin)

Wer bis 21 nicht raucht, beginnt wahrscheinlich nicht mehr damit: Zigarettenverkauf am Open Air Frauenfeld (Bild: Reto Martin)

Thomas Wunderlin

thomas.wunderlin@thurgauerzeitung.ch

Im Kanton Thurgau haben Spitaleinweisungen wegen einer Raucherlunge von 2005 bis 2012 trotz Einführung des Rauchverbots in grösseren öffentlichen Räumen zugenommen. Diese Angabe lässt sich einer kürzlich veröffentlichten Studie des Schweizer Tropen- und Public-Health-Instituts in Basel entnehmen. Die Forscher haben eine ähnliche Beobachtung in andern Kantonen gemacht, die ebenfalls nur ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen mit mehr als 80 Quadratmeter Grundfläche kennen, was der Minimalvorgabe des Bundes entspricht. Die Spitaleinweisungen wegen COPD, wie die Raucherlunge im Fachjargon heisst, haben hingegen tendenziell abgenommen in Kantonen mit einem vollständigen Rauchverbot in Bars und Restaurants.

Untersucht wurden auch die Spitaleinweisungen wegen ko­ronarer Herzkrankheiten. Hier zeigte sich der Unterschied zwischen Kantonen mit strengeren und weniger strengen Schutzbestimmungen nicht.

Christian Schindler, einer der Autoren der Studie, zieht aus ­diesen Ergebnissen den Schluss, dass die Einführung des Rauchverbots in öffentlichen Räumen insgesamt positive gesundheitliche Auswirkungen hatte, welche in Kantonen mit einer strengeren Gesetzgebung noch etwas deutlicher ausfielen.

Bezüglich der Situation des Kantons Thurgau meint er: «Man kann wohl sagen, dass das teilweise Rauchverbot im Thurgau bisher nicht die gewünschte Wirkung hatte. Ein abschliessendes Urteil kann man aber erst mit neueren Zahlen fällen.»

Das im Thurgau im Mai 2010 eingeführte teilweise Rauchverbot sei anfangs kritisch kommentiert worden, sagt Janina Diethelm, Sprecherin der Lungenliga Thurgau. Heute werde es von der Bevölkerung geschätzt, auch von Rauchern.

Abends läuft allgemein weniger in den Beizen

Das Rauchverbot sei kein Thema, sagt auch Ruedi Bartel, Präsident von Gastro Thurgau. «Am Abend läuft weniger, nicht nur wegen des Rauchens, auch das Ausgehverhalten hat sich geändert.»

Die Lungenliga plane keinen Vorstoss für eine Verschärfung der Thurgauer Gesetzgebung, auch wenn diese sinnvoll wäre, sagt Diethelm. Sie weist darauf hin, dass Jugendliche im Thurgau ab 16 Jahren Zigaretten kaufen dürfen, in andern Kantonen erst ab 18. Jugendliche sind am meisten nikotinsuchtgefährdet. «Wer bis zum 21. Altersjahr nicht angefangen hat, bleibt in der Regel das Leben lang rauchfrei.» Die Lungenliga unterstützt deshalb ein Tabakwerbeverbot etwa an Festivals. Das Bundesparlament hat allerdings Anfang Dezember eine entsprechende Gesetzesänderung abgelehnt.

Daten über die Auswirkungen des Rauchverbots gebe es noch keine, sagt Judith Hübscher Stettler, Leiterin der Abteilung Gesundheitsförderung im Thurgauer Amt für Gesundheit. Denn manche Folgen des Rauchens, etwa Krebs, würden sich erst langfristig zeigen.

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