Gesucht: Investor für Turnhalle

«Das Unmögliche träumen und das Machbare realisieren»: Dieses Fazit zog ein Grossteil der knapp 100 Besucher der Infoveranstaltung zur Schulraumplanung der Volksschule Eschlikon. Im Fokus stand die Dreifachturnhalle.

Ruth Bossert
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Im Dialog: Schulpräsidentin Susanna Koller Brunner erklärt Bea Frei das Vorgehen der Behörde. (Bild: rb)

Im Dialog: Schulpräsidentin Susanna Koller Brunner erklärt Bea Frei das Vorgehen der Behörde. (Bild: rb)

ESCHLIKON. Dass die Veranstaltung bereits nach zehn Minuten einen anderen Verlauf nahm als vorgesehen war, darf der Eschliker Schulpräsidentin Susanna Koller Brunner und ihren Mitverantwortlichen hoch angerechnet werden. Auch der professionelle Moderator, der für diesen Abend engagiert wurde, hat seine Aufgabe gut erfüllt. Gleich mehrere Votanten fanden zwar, dass man keinen externen Profi aus dem Fernsehen brauche, um miteinander zu reden. Trotzdem war es gut, dass Flavien Allenspach das Regieheft in der Hand behielt und damit gewährleistete, dass die Feedback-Veranstaltung zur strategischen Schulraumplanung am Donnerstagabend in der Turnhalle Bächelacker in normalen Bahnen verlief. Dass ein Grossteil der Anwesenden die fast 100seitige Studie zur zukünftigen Schulraumplanung gelesen hatte, zeigte sich bereits vor der Veranstaltung. Es wurde bereits heftig und emotional diskutiert.

Nicht schlauer geworden

Geplant war, dass sich die Anwesenden in vier Gruppen aufteilen und an verschiedenen Posten von den Leitern der Arbeitsgruppen kurz ins Thema eingeführt würden und sie dann ihre Fragen, Wünsche und Anregungen deponieren könnten. Doch davon hielten viele gar nichts. Einer nannte das Prozedere sogar «unter aller Würde» und verlangte eine Diskussion mit den verantwortlichen Behördemitgliedern und den Anwesenden. «Ich will hören, wer was zu sagen hat», liess sich ein anderer vernehmen. Da nützte es wenig, dass Susanna Koller Brunner von Herzblut und Emotionen sprach, die Eschliker Bürger waren gekommen, um zu erfahren, weshalb die Schulgemeinde in den kommenden Jahren über 40 Millionen Franken in neue Schulbauten investieren will und weshalb eine Dreifachturnhalle gebaut werden soll. Ob diese Erwartungen erfüllt werden konnten, ist fraglich. Zumindest sagte eine Stimmbürgerin am Schluss der Versammlung: «Ich bin in diesen über zwei Stunden nicht viel schlauer geworden. Die Sache ist sehr komplex.»

Steuerfuss steigt ganz sicher

Als erster erläuterte Gemeinderat Philipp Schwager kurz die finanziellen Auswirkungen der hohen Investitionen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Man sei an der Arbeit, rechne verschiedene Modelle durch und deshalb sei es auch nicht möglich, die Kostenschätzungen genauer als plus/minus 30 Prozent zu machen. Sicher sei, dass die Investitionen Auswirkungen auf den Steuerfuss haben werden. Auch sei nicht klar, ob die Dreifachturnhalle von der Schule, der Gemeinde oder gar gemeinsam finanziert werde. Susanna Koller Brunner sprach gar von der Suche nach einem Investor, der die Dreifachhalle finanzieren könnte und rief die Anwesenden auf, sich mit neuen, visionären Lösungsansätzen zu befassen. Ein Stimmbürger entgegnete, dass die Schulgemeinde die Balance finden müsse zwischen Vision und Realität, nicht alles Wünschbare sei auch machbar. «Das ist ein Wunschkonzert der Vereine», monierte ein Anwesender und findet, dass keine seriöse Bedürfnisabklärung gemacht wurde. Davon wollte Schulleiter Thomas Minder nichts wissen. «Wir müssen umfassender denken und gemeinsam auf den Weg gehen, deshalb haben wir sie eingeladen, ihre Gedanken einzubringen und mit uns zu diskutieren.» Es sei auch eine Frage des Wollens. «Sind wir bereit für Investitionen?» Weshalb nur die Variante mit der Dreifachhalle weiterverfolgt wurde und die abgespeckte Variante mit einer Doppelhalle bei der Strategie herausfiel, dies beantwortete die Behörde nicht.

Wie der Projektwettbewerb ausgeschrieben werde, sei noch unklar, sagte die Schulpräsidentin und verwies auf die Möglichkeit einer Gesamt- oder etappenweisen Ausschreibung. Dass beide Varianten Vor- und Nachteile haben, zeigte sich in der Diskussion deutlich. Für die Arbeitsgruppe Verkehr referierte Beat Müller, Baupräsident der Schule. «Bei einem Grossanlass in einer Dreifachturnhalle müssen 400 Parkplätze bereitstehen», erklärte er.

Diese liessen sich auf dem Areal verschiedener Industrieunternehmen finden und müssten mit einem Verkehrsregime vom Veranstalter logistisch organisiert werden. Auch Shuttlebusse wären eine Möglichkeit. Verschiedene Anwesende fürchten ein hohes Verkehrsaufkommen an diesen Grossanlässen. Ein Votant wies darauf hin, dass es auch Gemeinden mit Dreifachhallen gebe, die krampfhaft Grossanlässe suchen, damit ihre Halle einigermassen ausgelastet sei. Ein Schulverantwortlicher erklärte hierauf, dass in Eschlikon keine einzige Halle wettkampftauglich sei und man sich deshalb unbedingt der Zukunft stellen müsse.

Verheissungsvolle Zukunft

Diese erste Auslegeordnung der strategischen Schulraumplanung stuften Anwesende als Startschuss zu einer verheissungsvollen Zukunft der VSG Eschlikon ein. Wer nicht in einer Arbeitsgruppe mitarbeitet, kann sich zum Diskutieren mit den Verantwortlichen treffen. Die anderen müssen abwarten, bis im Frühling 2013 über den Projektwettbewerb abgestimmt werden kann.