Gespielt wird anderswo

Der Frauenfelder Ludothek fehlt das Personal. Sie sagt alle Spielanlässe im laufenden Jahr ab. Das beliebte Spielfest findet erstmals seit 15 Jahren nicht statt.

Katrin Zürcher
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Präsidentin Astrid Graf tritt zurück, Vizepräsidentin Karin Widmer führt den Verein Ludothek noch ein Jahr, um dann ebenfalls zurückzutreten. (Bild: Katrin Zürcher)

Präsidentin Astrid Graf tritt zurück, Vizepräsidentin Karin Widmer führt den Verein Ludothek noch ein Jahr, um dann ebenfalls zurückzutreten. (Bild: Katrin Zürcher)

Frauenfeld. Überall wird am Weltspieltag vom 28. Mai gespielt, nicht aber in Frauenfeld: Obwohl bereits vieles eingefädelt war, sagte der Vorstand des Vereins Ludothek Frauenfeld im Januar alle Spielanlässe fürs laufende Jahr ab. Damit fällt nach 15 Jahren erstmals auch das Spielfest aus, das letztes Jahr 300 Leute aufs Gelände der Kantonsschule lockte.

Präsidentin Astrid Graf war nicht einverstanden mit dem Absagen der Spielanlässe: «Wer das Spielen fördern will, muss sich zeigen und Spielmöglichkeiten zu den Leuten bringen.» Doch sie musste sich der Mehrheit fügen und zog nun ihre Konsequenzen.

Zwei Tage Arbeit pro Woche

Nachdem sie am Mittwochabend im Restaurant Löwen ein letztes Mal kompetent durch die Jahresversammlung geführt hatte, trat sie nach zwölf Jahren Vorstandstätigkeit zurück. «Ich habe mir das anders vorgestellt», sagte sie, «wenn ich mich nun auch auf mehr Freizeit freue.

» Während ihrer fünfjährigen Präsidialzeit habe sie jede Woche zwei volle Tage für die Ludothek gearbeitet – «das ist keine ehrenamtliche Tätigkeit mehr». Sie möchte weiterhin in der Ausleihe mitarbeiten. Der Verein verfügt über 97 Mitglieder, von denen neben dem Vorstand 17 anwesend waren. Der Vorstand und die 19 Mitarbeiterinnen betreuen dreimal wöchentlich während zweier Stunden die Ausleihe an der Schlossmühlestrasse. Sie arbeiten ehrenamtlich, erhalten aber bei gutem Geschäftsgang eine kleine Stundenentschädigung.

Die Arbeitsbelastung sei gross, sagt Astrid Graf. «Entlastung hätte eine fest angestellte Person bringen können, eine Art Geschäftsführerin.» Nach neun Jahren im Vorstand trat auch Barbara Schmid zurück, die das Ressort Raum/Dekorationen geführt hatte. Neu als Beisitzerin gewählt wurde Silvia Schmid. Da eine neue Präsidentin fehlt, wird Vizepräsidentin Karin Widmer den Verein ein Jahr lang führen. Danach möchte sie ebenfalls zurücktreten. Schon jetzt zählt der vierköpfige Vorstand ein Mitglied weniger, als es die Statuten vorsehen.

Stadträtin Thorner bedauert

Stadträtin Christa Thorner dankte allen Vorstandsmitgliedern für ihre Arbeit. Sie bedauerte die Absage der Spielanlässe, signalisierte dem Vorstand aber Hilfsbereitschaft und eine offene Rathaustür. Die Fachstelle für Integration arbeite seit kurzem mit der Ludothek zusammen, zu einer familienfreundlichen Stadt wie Frauenfeld gehöre eine gute Ludothek. Noch offen ist die Teilnahme der Ludothek am Ferienpass und am DOG-Turnier.

Dieses liegt Astrid Graf besonders am Herzen: «Das DOG-Turnier wird durchgeführt, auch wenn ich das als Privatperson tun muss.»