Geschichten um natürliches Phänomen

Das Luggenseeli ist so wasserreich wie seit langem nicht mehr. Nach altem Volksmund bedeutet dies, dass die Zeichen auf Frieden stehen. Mit dem Eisweiher und dem Biotop bildet das Seeli die Drei Weieren von Aadorf.

Kurt Lichtensteiger
Drucken
Teilen
Das Luggenseeli im Weierholz in Aadorf hat momentan einen hohen Wasserstand. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Das Luggenseeli im Weierholz in Aadorf hat momentan einen hohen Wasserstand. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

AADORF. Natürlich hinkt der Vergleich mit den Drei Weieren im Naherholungsgebiet von St. Gallen. Immerhin darf sich Aadorf rühmen, ein Seeli – so wird es im Volksmund bezeichnet – zu haben, das mit seinem wechselnden Wasserstand immer wieder für Überraschungen gut ist. Derzeit ist der Stand so hoch, dass da und dort erneut die alten Geschichten und Fragen über dessen Bedeutung herumgeistern.

Ausgetrocknet bedeutet Krieg

Von älteren Bewohnern Aadorfs wird nämlich nach wie vor gesagt, dass ein völlig ausgetrocknetes Luggenseeli einen Krieg ankündige. Ob dieses Phänomen als Legende oder als Hokuspokus abgetan wird, ist nebensächlich. Fakt ist, dass das Gerücht nach wie vor in den Köpfen steckt. Heute kann man anfügen, dass irgendwo immer Krieg herrscht, womit sich die Aussage sozusagen widerlegt oder zumindest relativiert.

Wie dem auch sei, das Luggenseeli zeichnet sich durch den Umstand aus, dass es manchmal völlig austrocknet oder dann bei Höchststand als Weiher bezeichnet werden kann.

Versuche gemacht

Diese Veränderungen sollen schon Hydrologen auf den Plan gerufen haben, die den Ursachen mittels Farbversuchen auf den Grund gingen. Ergebnisse hätten gezeigt, dass im Weierholz das reichlich vorhandene Grund- und Quellwasser Ursache für das Phänomen sei. So ist es auch zu erklären, dass derzeit der damit gespeiste Eisweiher trotz der Kälte kaum zufrieren konnte. Ein Zufluss besteht nicht, denn wärmeres Grundwasser speist den Weiher. Ein Überlauf im nördlichen Teil sorgt für den gleichmässigen Wasserstand. Grund- und Quellwasser nähren auch das künstlich angelegte Biotop beim Munitionsdepot. Drei Weieren im Miniformat, wenn man so will.

Aktuelle Nachrichten