Geschichte eines Zufallfundes

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Frauenfeld Unlängst hat man in Diessenhofen eine kleine Sensation entdeckt. Über 1300 Originalzeichnungen für die Textilindustrie im 19. Jahrhundert lagerten zerknittert und verstaubt hinter einem Kasten. Mit detektivischem Geschick hat der Historiker Fritz Franz Vogel in der Folge die Geschichte dieses wichtigen lokalen Wirtschaftszweigs aufgerollt – mit erstaunlichen Ergebnissen. Am Museumshäppli des Historischen Museums Thurgau referiert er heute Mittag darüber. Beginn im Schloss ist um 12.30 Uhr.

Um 1800 ist die Ostschweiz ein Epizentrum der frühen Textilindustrie. Innerhalb weniger Jahre wachsen ländliche Dörfer zu Städten, Fabriken werden gebaut, Techniken verfeinert und Exportgebiete erschlossen. Vogel erhellt diese florierende Ostschweizer Epoche am Beispiel des bedeutenden Funds aus Diessenhofen. Wenn man von der ­frühen Textilindustrie in Diessenhofen spricht, sind hauptsächlich die Rotfärberei und der Zeugdruck damit gemeint. Für diese zwei unterschiedlichen Berufsfelder – beim einen handelt es sich um das Einfärben von Tuch, beim anderen um dessen Bedruck – wurden die neulich gefundenen Originalzeichnungen hergestellt. Wer hat diese angefertigt? Wofür wurden sie gebraucht? Und wem gehörten die Vorlagen überhaupt? Diesen Fragen geht Vogel nach. (red)

Der Eintritt ist frei. www.historisches-museum.tg.ch