GESCHICHTE: Alles, was Recht war – damals im Thurgau

Am 9. Juni öffnet das Staatsarchiv seine Türen und zeigt wichtige Dokumente von 1400 bis 1800.

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Das Staatsarchiv des Kantons Thurgau öffnet seine Türen und zeigt – als Verbindungsglied zwischen gestern und heute – Dokumente aus den letzten 600 Jahren. «Der Schweizer Archivtag ist zu einer festen Einrichtung geworden», teilt das Staatsarchiv des Kantons Thurgau mit. Unter einem bestimmten Thema präsentieren sich an diesem Tag die Archive einer breiteren Öffentlichkeit. Das Staatsarchiv Thurgau bietet einen Tag der offenen Tür an und stellt die Rechtsquellen-Edition, die eben fertig wird, ins Zentrum.

Die wichtigsten Dokumente ausgewählt

Zwischen 1917 und 1967 kam in acht Bänden das Thurgauische Urkundenbuch heraus, das der Forschung sämtliche Urkunden vom Jahr 724 bis zum Jahr 1400 im Druck zur Verfügung stellte. Die Forschung über den mittelalterlichen Thurgau wurde dadurch erheblich erleichtert. Nun legt das Staatsarchiv die zeitlich daran anschliessende Rechtsquellen-Edition des Kantons Thurgau vor. Aus Hunderttausenden von Dokumenten wurden für den Zeitraum von 1400 bis 1800 die 900 wichtigsten ausgewählt, transkribiert und kommentiert, heisst es in einer Mitteilung. «In fünf dickleibigen Bänden wird die Jahrhundert-Edition jetzt der Öffentlichkeit übergeben. Nicht nur die sogenannt hohe Wissenschaft, auch die Lokalgeschichte wird hundertfach daraus schöpfen können.»

Präsentation der Edition bildet den Höhepunkt

Am Tag der offenen Tür des Staatsarchivs gibt es am 9. Juni um 10 Uhr, 12.15 Uhr, 13.30 Uhr und 15.30 Uhr Führungen, an denen die Besucher die wichtigsten Räume des Staatsarchivs und die wichtigsten Rechtsdokumente vom 15. Jahrhundert bis heute im Original zu Gesicht bekommen. «Kurzweilige Bildschirmpräsentationen im Eingangsbereich zeigen überdies auf, was eine Rechtsquelle ist und wie die Rechtsquellen-Edition gestaltet worden ist.»

Um 18 Uhr findet die Prä­sentation der fünfbändigen Rechtsquellen-Edition statt. Daran beteiligt sind der Präsident der Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins, Lukas Gschwend, Regierungsrat Walter Schönholzer und die beiden Herausgeber des Grund­lagenwerks, Doris Stöckly und Erich Trösch. Sie werden unterstützt vom Schauspieler Markus Keller, dazu musikalische Darbietungen und ein Apéro. (red)