Geringes Interesse an Aadorfer Jungbürgerfeier

AADORF. Gerade mal 23 von 77 eingeladenen Jungbürgerinnen und Jungbürgern nahmen an der diesjährigen Aadorfer Jungbürgerfeier teil.

Kurt Lichtensteiger
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Die Aadorfer Jungbürger tauschen sich im Gemeindezentrum aus. (Bild: pd)

Die Aadorfer Jungbürger tauschen sich im Gemeindezentrum aus. (Bild: pd)

AADORF. Gerade mal 23 von 77 eingeladenen Jungbürgerinnen und Jungbürgern nahmen an der diesjährigen Aadorfer Jungbürgerfeier teil.

Dass aber alle Angemeldeten pünktlich zur Jungbürger-Feier erschienen waren, danach auch freudig mitmachten und aufmerksam zuhörten, war für die mit der Organisation des Anlasses betraute Gemeinderätin Sabina Peter Keller eine höchst erfreuliche Tatsache. Natürlich wäre sie noch erfreuter gewesen über eine höhere Beteiligung als die knapp 30 Prozent aller Angeschriebenen, geboren zwischen dem 1. Mai 1995 und 30. April 1996. Doch gemessen an der Stimmbeteiligung bei Wahlen und Abstimmungen, an denen ungefähr derselbe Anteil Erwachsener zu registrieren ist, kann nicht von einem mangelnden politischen Interesse der heutigen Jugend gesprochen werden.

Traditionsbewusste Jugendliche

Bei der vorgängig durchgeführten Umfrage zeigten die Rückmeldungen, dass zwei Drittel der Befragten die Durchführung befürworteten. Auch über deren Inhalt durften sie sich äussern. Umwälzendes ist dabei nicht herausgekommen. Gemütliches Beisammensein, feiern, Spass haben, sich unterhalten, eine Rede des Gemeindeammanns sowie essen und trinken wurden etwa genannt. Daraus ergab sich das Programm, nämlich Bowlen in Rümikon, ein Apéro mit anschliessendem Nachtessen und eine Rede des Gemeindeammanns.

Appell zum Engagement

Im Gemeindezentrum wähnte man sich trotz jugendlicher Gesichter sozusagen an einem Klassentreffen. Nach einer Pizza vom Pizzawagen entwickelte sich im Beisein von sechs Gemeinderäten ein recht interessanter Austausch, bei dem selbst politische Themen nicht ausgeklammert blieben. Gemeindeammann Bruno Lüscher stellte die Gemeinde mit seinen elf Dörfern und Weilern vor und wies auf die rund 80 Vereine hin, die Möglichkeiten zur sinnvollen Verbringung der Freizeit bieten. Er appellierte an die bald Zwanzigjährigen, sich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und die Möglichkeiten zur Mitgestaltung wahrzunehmen. Politik dürfe sich nicht darauf beschränken, nichts zu machen und nur zu motzen.

Einige Fragen zur Schweizer und Gemeindegeschichte rundeten die insgesamt gelungene Jungbürger-Feier ab. Das «Thurgauer Buch» und die Verfassung von Bund und Kanton mussten die frischgebackenen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger nicht mit sich herumtragen. Der Lesestoff wurde ihnen bereits zum Geburtstag zugesandt.

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