Geothermie erhitzt den Wahlkampf

Es ist ungewöhnlich, dass Kandidaten einen bestehenden Gemeinderat, der geschlossen zur Wiederwahl antritt, sprengen wollen. Die Gruppe besorgter Etzwiler macht von ihrem demokratischen Recht Gebrauch und schickt Kandidaten als Gemeinderat und sogar als Gemeindepräsident ins Rennen. So weit, so gut.

Gudrun Enders
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Es ist ungewöhnlich, dass Kandidaten einen bestehenden Gemeinderat, der geschlossen zur Wiederwahl antritt, sprengen wollen. Die Gruppe besorgter Etzwiler macht von ihrem demokratischen Recht Gebrauch und schickt Kandidaten als Gemeinderat und sogar als Gemeindepräsident ins Rennen. So weit, so gut.

Der bestehende Gemeinderat hat diese Entwicklung mit seiner Haltung selbst ein Stück weit ausgelöst. Die Behörde steht geschlossen und positiv dem Geothermie-Projekt gegenüber und stösst damit den Teil der Bevölkerung vor den Kopf, der sich vehement gegen die Versuchsanlage wehrt. Diese Bürger wollen nun aktiv in der Lokalpolitik mitwirken. Das ist nur konsequent.

Allerdings ist es nicht nur ungewöhnlich, eine funktionierende Behörde sprengen zu wollen, es ist auch sehr schwierig. In der Regel führen nur gravierende Zerwürfnisse oder Fehler zu einer Abwahl. Doch niemand hat dem Gemeinderat vorgeworfen, schlechte Arbeit abzuliefern. Folglich gibt es auch keinen Grund, ihn abzuwählen. Die Wahl wird zeigen, wie das die Bevölkerung sieht.

gudrun.enders@thurgauerzeitung.ch