Genug Wind auf dem Seerücken

Erste Messungen zeigen, dass ein Windpark in der Gemeinde Homburg sinnvoll sein könnte. Darüber informierte Gemeindepräsident Thomas Wiget an der Gemeindeversammlung.

Gudrun Enders
Drucken
Teilen
Thomas Wiget Gemeindepräsident von Homburg (Bild: Nana do Carmo)

Thomas Wiget Gemeindepräsident von Homburg (Bild: Nana do Carmo)

GÜNDELHART. «Der Windpark wird gebaut.» Das sagte der Homburger Gemeindepräsident Thomas Wiget an der Gemeindeversammlung. Die Ennova plant, einen Windpark mit maximal sechs Turbinen auf dem Seerücken zu installieren. Nun trafen vor vier Wochen vorläufige Ergebnisse im Homburger Gemeindehaus ein. Erste Windmessungen inklusive Modellrechnungen ergaben, dass der Wind ausreichen könnte. «Allerdings braucht die Anlage 200 Meter Höhe», sagte Gemeindepräsident Wiget.

Diese Ergebnisse basieren laut Wiget auf Messungen mittels Laser. Er hatte auch eine Erklärung, warum noch kein Messmast aufgestellt wurde – Skyguide habe sich zu dem Projekt noch nicht geäussert. Der Vogelschutz werde das Projekt nicht zu Fall bringen. «Das ist kein Ausschlusskriterium.»

Regio erarbeitet Reglement

67 von insgesamt 1006 Stimmbürgern waren am Donnerstagabend in die Turnhalle von Gündelhart gekommen. Bevor sie über den Windpark informiert wurden, befanden sie über ein neues Baureglement samt Zonenplan. Die Gemeinde Homburg hatte sich diesbezüglich der Regio Frauenfeld angeschlossen. «Die Kostenersparnis hat uns zu dieser Entscheidung bewogen», sagte Wiget. Obwohl das Reglement doch teurer geworden sei als gedacht, so wäre es immer noch deutlich günstiger gekommen als ein Sololauf. Dieses Geschäft wurde mit zwei Enthaltungen deutlich angenommen.

Das Budget der Gemeinde Homburg schliesst mit einem kleinen Minus über 57 000 Franken. Der Gemeinderat machte beliebt, den erst unlängst gesenkten Steuerfuss bei 62 Prozent zu belassen, was einstimmig abgesegnet wurde wie das gesamte Budget. Zum einen stünden die Chancen nicht schlecht, doch mit einer schwarzen Null zu schliessen, zum anderen sei die Gemeinde mit 2,5 Millionen auf der hohen Kante ausreichend kapitalisiert, um einen Verlust abzufedern. «Wir haben keine Schulden und Eigenkapital», sagte Wiget. Der Finanzplan sieht weitere Steuerfusssenkungen in den nächsten Jahren vor. Doch schon am Donnerstagabend erhielten die Einwohner der Gemeinde eine finanzielle Erleichterung: Der Wasserpreis wird von zwei auf 1,70 Franken gesenkt, was ab der Gebührenrechnung Ende 2016 wirksam wird.

Diskussionen zum Schluss

Die Fragen kamen gegen Ende: Gemeinderat Hansjörg Gaupp versicherte einem Votanten, dass bessere Stiefel für die Feuerwehrmänner angeschafft werden. Ein Bürger stiess sich daran, dass nach jeder Gemeindeversammlung ein Apéro offeriert werde, auch die extra Infrastruktur für die Bundesfeier schien ihm zu teuer. Eine Votantin wollte mehr zur Schulwegsicherheit wissen. Wiget antwortete: «Wir sind dran.»