Genossenschafter weisen den Weg

Der Verwaltungsrat der Raiffeisenbank Untersee-Rhein wollte an der Generalversammlung die Zinsen der Anteilscheine senken. Die Genossenschafter schmetterten den Antrag ab.

Thomas Güntert
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Die Genossenschafter der Raiffeisenbank Untersee-Rhein stimmen in der Lettenhalle der Jahresrechnung zu. (Bild: Thomas Güntert)

Die Genossenschafter der Raiffeisenbank Untersee-Rhein stimmen in der Lettenhalle der Jahresrechnung zu. (Bild: Thomas Güntert)

DIESSENHOFEN. Die Genossenschafter der Raiffeisenbank Untersee-Rhein sind dem Antrag des Verwaltungsrats nicht gefolgt. Dieser wollte an der Generalversammlung am Samstag in der Lettenhalle in Diessenhofen die Zinsen der Anteilscheine von sechs auf zweieinhalb Prozent senken. Da nutzte es auch nichts, dass man bei Annahme des Antrages versprochen hatte, im Herbst eine befristete Aktion anzubieten, bei der die Genossenschafter Mehrfachzeichnungen bis maximal 20 000 Franken vornehmen könnten, was einen jährlichen Zinsertrag von maximal 500 Franken bedeutet hätte. Die Tranche hätte bei zehn Millionen Franken gelegen.

195 der 470 Stimmberechtigten stimmten dem Antrag des Verwaltungsrates zu, wodurch es das absolute Mehr deutlich verfehlte. Somit bleibt alles beim alten. Vielleicht hat die musikalische Eröffnung durch die Dudelsackmusik der Bleuelhuser Dragon Pipes aus Kaltenbach die Besucher zur bekannten schottischen Sparsamkeit verleitet.

Banken im Umbruch

Der Verwaltungsrat erschien in diesem Jahr nicht mit Anzug und Krawatte, sondern im Freizeitlook mit schwarzen Polohemden. Damit wollten sie sich als Teil der grossen Raiffeisenbankfamilie zeigen. Die Raiffeisenbank Untersee-Rhein hat neu 6011 Mitglieder. Im letzten Jahr gab es 515 Ein- und 54 Austritte.

VR-Präsident Hanspeter Weder sprach von einem turbulenten Jahr 2015. Das Wachstum sei nicht mehr so stark, da im Bankengeschäft mittlerweile ein Verdrängungsmarkt bestehe. «Wer ein Haus bauen will, muss sich langfristig auf höhere Zinsen einstellen», sagte Weder. Für etwas Verwirrung sorgte Patrik Gisel, CEO Raiffeisen Schweiz, der bei einer PK von Schliessungen von Geschäftsstellen sprach. Weder betonte, dass es die Entscheidung jeder einzelnen Genossenschaft sei, ob eine Stelle geschlossen werde oder nicht.

Der Geschäftsbericht

Der Jahresgewinn steigerte sich um knapp drei Prozent auf rund 623 000 Franken. Der freie Gewinn ist um 14 Prozent auf 2,4 Millionen Franken gestiegen. Hypothekarausleihen und Kundengelder sind weiterhin angestiegen. Mit den Kundengeldern konnten 90 Prozent der Ausleihen refinanziert werden. 80 Prozent des Umsatzes erfolgt über das Zinsgeschäft. Die Bilanzsumme beträgt neu 534 Millionen Franken. Das ist auf die Steigerung bei den Ausleihungen und die Erhöhung der Beteiligungen zurückzuführen. Es erfolgte nur ein moderates Wachstum, da viele Kunden ihr Kapital aufgrund der niedrigen Zinsen in Depotwerte umwandelten.

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