Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Generationen treffen sich

Das Sirnacher Pflegezentrum Grünau eröffnet im August eine Kinderkrippe. Durch die räumliche Nähe soll ein Austausch zwischen Kindern und Senioren stattfinden, von dem beide Seiten gleichermassen profitieren.
Olaf Kühne
Die Krippenleiterinnen Tatjana Kunic und Stefanie Zinsli im Dachgeschoss des Alterszentrums Grünau. (Bild: Olaf Kühne)

Die Krippenleiterinnen Tatjana Kunic und Stefanie Zinsli im Dachgeschoss des Alterszentrums Grünau. (Bild: Olaf Kühne)

SIRNACH. «Wir sind alle gespannt, wie sich unsere Idee entwickeln wird», sagt Christoph Wild. Der Geschäftsleiter des Pflegezentrums Grünau sitzt im obersten Stock seiner Einrichtung. Einst war hier die Heimleiterwohnung untergebracht. Seit vergangenem August, seit dem Umzug aus der «Brückenwaage», finden Sirnacher Schüler hier ihren Mittagstisch. Bald soll hier noch mehr Leben herrschen.

Bedarf abgeklärt

Tatjana Kunic und Stefanie Zinsli, beide erfahrene Krippenleiterinnen, eröffnen unter dem Dach des Altersheimes am 1. August eine Kindertagesstätte. «Wir sind sicher, dass das Angebot eine grosse Bereicherung sein wird für Sirnach», sagt Kunic. Damit meint sie nicht nur die Krippe per se, obwohl es dafür durchaus einen Bedarf gebe, wie Abklärungen ergeben hätten. Vielmehr spricht die Sirnacherin die aussergewöhnliche Konstellation an, dass dereinst Kleinkinder und Senioren unter einem Dach sein werden.

Und ihre Kollegin pflichtet ihr bei: «Die Altersdurchmischung ist wertvoll für die Kinder», sagt Stefanie Zinsli. «Durch gemeinsame Aktivitäten wie Guezli backen oder zusammen spazieren gehen bereiten sich die Generationen gegenseitig Freude.» Kinder lernten, Vorurteile abzulegen, und insbesondere ältere Damen blühten durch den Kontakt mit den Kleinen regelrecht auf.

Erste Kinder schon angemeldet

Aus eigener Erfahrung teilt Gabriele Dalucas diese Einschätzung. Die Pflegedienstleiterin des Altersheims sagt: «Wir hatten schon wiederholt die Sirnacher Sonntagsschüler bei uns zum Weihnachtsguezlibacken. Das war jedesmal eine wahnsinnige Freude für alle Beteiligten.» Selbst der Mittagstisch sorge immer wieder für spannende Begegnungen. Und davon soll es in zweieinhalb Monaten noch viel mehr geben. «Wir haben schon 14 Anmeldungen», freut sich Kunic. Nicht für jeden Tag, betont die Krippenleiterin, denn: Die Kita hat derzeit nur eine Bewilligung für zwölf Plätze. Betreuen will die Einrichtung Kinder ab dem Alter von drei Monaten bis zum Schuleintritt, ausser über die Festtage während des ganzen Jahres, also auch während der Schulferien. Die Krippe wird von 6.30 Uhr frühmorgens bis 7 Uhr abends geöffnet sein. Diese lange Präsenzzeit sei für berufstätige Eltern genauso wichtig wie der zentrale Standort der Krippe in der Nähe von Kindergarten, Schulhaus und Bahnhof, sagt Kunic. Zustande gekommen ist dieses Treffen der Generationen über die Gemeinde. «Wir wollten in Sirnach eine Krippe gründen», erzählen Kunic und Zinsli. Man sei deshalb mit der Gemeinde in Kontakt getreten und habe dort erfahren, dass das Alterszentrum ähnliche Pläne hegt.

Einkommensabhängige Tarife

Obwohl rein privatwirtschaftlich, bietet die Kita Grünau dennoch einkommensabhängige Tarife an. Die Preise für eine ganztägige Betreuung bewegen sich dabei zwischen 57 und 105 Franken. «Wir gehen davon aus, dass wir damit die Kita kostendeckend betreiben können», sagt Geschäftsleiter Wild. Für die Preisfindung habe man sich an Mitbewerbern orientiert, aber auch darauf geachtet, dass eine Mutter, die Teilzeit arbeiten geht, nicht ihr ganzes Einkommen gleich wieder für die Krippe ausgeben muss. Dennoch, von einer Quersubventionierung innerhalb des Alterszentrums will Wild nichts wissen. Zu sehr sind dafür die Beteiligten überzeugt, dass ihr Angebot ein Erfolg wird. «Wir haben bis jetzt ausschliesslich positive Reaktionen auf unsere Idee erhalten», sagt denn auch Stefanie Zinsli. Zusammen mit Tatjana Kunic ist sie derzeit daran, die Krippe einzurichten. Durch das Inventar des Mittagstisches sehen die Räumlichkeiten zwar bereits jetzt sehr lebendig und so gar nicht nach Altersheim aus – aber: «Der Töggelikasten beispielsweise ist viel zu hoch für kleine Kinder», sagt Kunic und lacht.

Detaillierte Infos zur neuen Kita unter www.pz-gruenau.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.