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Gemütliche Stimmung im Sägemehl

SIRNACH. Die Thurgauer Schwinger trafen sich zum Kräftemessen in Sirnach. Die Clubmeisterschaft dient den Athleten als erster Gradmesser nach der langen Winterpause - und weckt noch einmal Erinnerungen an das Eidgenössische in Frauenfeld vom letzten Herbst.
Thomas Schlittler
Hart im Kampf, fair im Umgang: Clubmeisterschaft im Sirnacher Schwingkeller. (Bild: Benjamin Manser)

Hart im Kampf, fair im Umgang: Clubmeisterschaft im Sirnacher Schwingkeller. (Bild: Benjamin Manser)

Sirnach. 47 494 begeisterte Zuschauer im Stadion. Zehntausende Fans vor den Grossleinwänden neben der Arena. Das eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld war ein Event der Superlative.

Sieben Monate später. Ein kleines Schild weist den Weg in den Sirnacher Schwingkeller. Er besteht aus einem wohnzimmergrossen Sägemehlteppich und einem kleinen Warteraum für die Schwinger. Die Zuschauer auf dem zur Gastwirtschaft umfunktionierten Radballfeld verfolgen das Geschehen durch ein breites Loch in der Wand. Die Anzahl Schaulustiger hält der Anzahl Schwinger in etwa die Waage. Apropos Waage: Masse haben sie alle, diese Schwinger. Allerdings fällt auf, dass der Anteil Muskeln an der Masse nicht bei allen gleich hoch ist. Mit seinen knapp 170 Zentimetern und etwas mehr als 60 Kilogramm Kampfgewicht fühlt sich der Autor noch schmächtiger als sonst schon.

118 Kilogramm Masse

Besonders schmächtig fühlt man sich neben Stefan «Burki» Burkhalter. Der Spitzenschwinger aus Homburg ist ein Modellathlet und hat im Sommer am Eidgenössischen seine 118 Kilogramm erfolgreich in den Ring geworfen. Als Sechster war er der beste Thurgauer.

Dass die Umgebung hier eine völlig andere ist, stört den 36-Jährigen nicht: «Es war eine lange Zeit ohne Wettkämpfe, jetzt bin ich heiss auf die Saison. Die Clubmeisterschaft ist für mich nur ein besseres Training – aber ich will natürlich trotzdem jeden Kampf gewinnen.» Burkhalter spürt und geniesst den Respekt der anderen Schwinger. Viele hier können von seinen Erfolgen nur träumen. Zwei davon sind Valentin (18) und Fabian (15) Koller aus Busswil. Die Schwingerbrüder gehen für den Unterverband Hinterthurgau auf Punktejagd und wollen zeigen, was sie während des Winters gelernt haben.

Und wer ist der Stärkere der beiden? «Mal gewinnt er, mal gewinne ich», gibt Valentin, der Ältere, unumwunden zu. Er habe kein Problem damit, gegen den jüngeren Bruder auch mal den Kürzeren zu ziehen. «Das gehört halt einfach dazu.» Die Ruhe und Gelassenheit, mit welcher die Schwinger ihre Niederlagen akzeptieren, ist beeindruckend. Da wird – nicht wie beim Fussball – mit dem Kampfrichter diskutiert.

Da wird dem Gegner – nicht wie beim Eishockey – im nachhinein noch eins aufs Maul gehauen. Während des Kampfes schenkt man sich zwar nichts. Da wird sich mit hochroten Köpfen gegen den drohenden Kontakt mit dem Sägemehl gewehrt.

Es wird geschnaubt, gestöhnt und geächzt – aber sobald der Kampf zu Ende ist, zeigt man dem Gegner seinen Respekt. Verliert man, gibt man ihm die Hand. Gewinnt man, klopft man ihm das Sägemehl vom Rücken.

Die Älteren auf Zuschauerbank

Das Geschehen wird von den älteren Herren auf den Zuschauerrängen beobachtet. Von Zeit zu Zeit geben sie ihre Fachmeinung ab: «Dä hät scho Saft du, gopferdeckel.» Am meisten Saft hatte am Ende der Schwingclub am Ottenberg. Ein deftiges Stück Fleisch und ein riesiger Käse lagen aber für alle Unterverbände auf dem Gabentisch.

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