Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Gemeinde zieht in den Chretzer

MAMMERN. Mammern will in der geplanten «Wohnüberbauung Chretzer» Räume für die Gemeindekanzlei anmieten. Als Anschubfinanzierung soll die Gemeinde Anteilscheine der Wohnbaugenossenschaft über 150 000 Franken zeichnen.
Margrith Pfister-Kübler
Emil Meier informierte über das Wohnbauprojekt. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Emil Meier informierte über das Wohnbauprojekt. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Sie waren perfekt vorbereitet. Frau Gemeindeammann Anita Dähler, Emil Meier, Präsident der Wohnbaugenossenschaft «Chretzer», und Schulpräsidentin Ruth Lang verstanden es, ihre Argumente zu formulieren. Gegen 100 Leute zeigten an der Orientierungsversammlung mit ihrer Präsenz, dass sie sich für die Zukunft des mit nur 600 Einwohnern kleinen Dorfes Mammern einsetzen wollen.

Raumnot besteht beim Mammerner Gemeindehüsli - eine Art bessere Baracke. Und damit die älteren Menschen im Dorf bleiben können, wird die Wohnbaugenossenschaft «Chretzer» vorangetrieben. Geplant ist, in diesem Projekt «Chretzer» mit diversen Wohnungen die Gemeindeverwaltung mit einem langfristigen Mietvertrag einzumieten. Emil Meier bestätigte, dass bereits 65 Anteilscheine in der Höhe von 130 000 Franken gezeichnet sind.

Die Gesamtkosten werden sich auf 4,9 Millionen Franken belaufen, der Baukostenanteil für die Gemeindeverwaltung wurde mit 254 Quadratmetern auf 646 830 Franken veranschlagt. Dieser Betrag soll in Miete umgerechnet werden. Zusammen mit der Gemeindebehörde wird der Abschluss eines langfristigen Mietvertrages als beste Lösung gesehen. An der Gemeindeversammlung vom 23.

Februar wird zudem über die Zeichnung von Genossenschaftsanteilscheinen in Höhe von 150 000 Franken durch die Gemeinde abgestimmt - von Dähler als Anschubfinanzierung bezeichnet, hinter der die gesamte Behörde stehe.

Schule im Dorf halten

Für die Schule gilt das Ziel: langfristige Gewährleistung des Kindergartens und der Primarschule im Dorf.

Dies mit der Schulorganisation «Basisstufe», über welche die Regierung aber erst im Frühjahr entscheidet, ob diese im Thurgau Zukunft hat, wie Elisabeth Wiget vom Kantonalen Amt für Volksschule bestätigte. Sie beurteilte Mammerns Pilotprojekt durchwegs positiv und gab die Note: «Ressourcen gut. Ziele erreicht», ohne zu vertuschen, dass nicht alle Eltern von der Basisstufe begeistert, die Mehrheit aber überzeugt sei.

Zur Raumnot im Gebäude «Trautheim» sagte Wiget: «Ich schliesse das Trautheim nicht, aber die Situation ist grenzwertig».

Pavillon statt Schulhaus

Das frühere Bauprojekt für die Primarschule ist abgehakt, vorgelegt wurde der von den Stimmbürgern geforderte «Neubau Schulpavillon». Die Gesamtkosten belaufen sich auf 600 000 Franken. Lang verwies auf die schwankenden Schülerzahlen, die halt Realität sind. Engagiert brachten sich die Stimmbürger ins Projekt ein.

Architekt Donatus Lauener bemängelte, dass der vorgelegte Schulpavillon den Richtlinien für Schulneubauten widerspreche. Die Kinder brauchten Räume, wo sie sich in Ruhe konzentrieren könnten, und dies sei bei so einem leichthörigen Pavillon nicht garantiert. Thematisiert wurde von anderen die Umgebungsgestaltung und der Wunsch nach einer stilvollen Baute, angeregt wurde auch eine Sanierung des Hauses Trautheim.

Schulpräsidentin Lang nahm die Tips entgegen und meinte: «Wir sind in der Planung von den Finanzen ausgegangen. Bei allen anderen Varianten müssen wir mehr Geld in die Hand nehmen.» Die anwesenden Stimmbürger zeigten, dass sie für etwas Stilvolles auch bereit seien, zu zahlen.

Mehr Steuern eingenommen

Mit dem bereits bewilligten Landungssteg, der Beteiligung an der Wohnbaugenossenschaft «Chretzer» und mit dem Bau von Schulraum stehen ein paar rechte Brocken zur Bewältigung an.

«Wir sollten es mit dem aktuellen Steuerfuss schaffen», rechnete Frau Gemeindeammann Anita Dähler vor. Bereits bewilligt sind Investitionen für 1,5 Millionen Franken, geplant sind weitere in der Höhe von 1,45 Millionen Franken. Über einen wahren Geldsegen informierte Frau Gemeindeammann Anita Dähler: «Es ist wie Weihnachten.

Fürs 2011 gibt es Grundstückgewinnsteuern in Höhe von 400 000 Franken, später gibt es nochmals 400 000 Franken durch den Verkauf der Parzelle der ehemaligen Pension Beerli, und der Staatsbeitrag von 100 000 Franken für den Landungssteg ist auch zugesichert.» Die Stimmbürger applaudierten, eine Stimmbürgerin lobte öffentlich: «Dieser Informationsabend ist perfekt, dann muss man auch keine blöden Fragen stellen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.