Gemeinde legt Schiessstand still

Eschlikon gibt die Schiessanlage im Dorf auf. In Zukunft betreiben die Eschliker Schützen ihren Sport beim Verein Egg-Wallenwil auf der Anlage Hurnen. Eine Fusion der Vereine kommt vorläufig aber nicht in Frage.

Philipp Haag
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Das Schützenhaus von Eschlikon grenzt an eine Grundwasserschutzzone und müsste saniert werden. (Bild: Nana do Carmo)

Das Schützenhaus von Eschlikon grenzt an eine Grundwasserschutzzone und müsste saniert werden. (Bild: Nana do Carmo)

Eschlikon/Hurnen. Die Schützen von Eschlikon müssen ihren Schiessstand aufgeben. Dies hat der Gemeinderat entschieden. Es ist ein Schritt, der vielen Schützen nicht leicht fällt, schiessen sie doch schon seit Jahrzehnten auf die Scheiben am Rand des Dorfes. So auch der Präsident der Schützengesellschaft Eschlikon, Willi Jossi. Seit 40 Jahren übt er den Sport im Dorf aus. Bereits den Jungschützenkurs habe er auf der Anlage absolviert, sagt er.

Er kennt die hintersten Winkel der Anlage, ist unzählige Male mit seinen Vereinskollegen in der Schützenstube gesessen. In all den Jahren ist eine emotionale Verbundenheit mit der Anlage entstanden.

Entscheid akzeptieren

Aus diesem Grund bedauert Jossi den Entscheid der Behörde, «muss ihn aber akzeptieren», wie er sagt, «damit überhaupt weiter geschossen werden kann». Der Gemeinderat hatte schon länger entschieden, einen der beiden Schiessstände auf Gemeindegebiet, Eschlikon oder Hurnen, stillzulegen.

Dass es Eschlikon trifft, hat zwei Gründe: Der Schiessstand grenzt an eine Grundwasserschutzzone. «Die Gefahr, dass der Kanton uns irgendwann vorschreiben wird, den Schiessstand zu schliessen, ist sehr gross», erklärt Gemeindeammann Robert Meyer.

Der zweite Grund: Bei der Anlage in Hurnen ist der Sanierungsbedarf geringer als in Eschlikon.

Die Eschliker Anlage funktioniere zwar noch einwandfrei, wie Schützenpräsident Jossi sagt, «die Technik ist aber veraltet und müsste bald ersetzt werden».

Kugelfang muss saniert werden

Ausserdem muss der Kugelfang saniert und ein künstlicher eingebaut werden. Dies muss zwar auch in Hurnen gemacht werden. Die Frist läuft gemäss Gemeindeammann Meyer aber erst 2020 ab.

Somit kann auf der Schiessanlage von Hurnen länger geschossen werden als auf derjenigen von Eschlikon. In der Zwischenzeit sollte auch ein Entscheid gefallen sein, ob eine Indoor-Schiessanlage gebaut wird oder nicht.

Damit die Hurnerer Bevölkerung nicht massivem zusätzlichem Lärm ausgesetzt ist, ergreift die Gemeinde Massnahmen (siehe Kasten). Ausserdem haben sich die beiden Schützenvereine Eschlikon und Egg-Wallenwil, denen die Anlage in Hurnen gehört, darauf geeinigt, gemeinsam am Mittwochabend von 18 bis 19 Uhr zu trainieren.

Dies bestätigen Willi Jossi wie auch Hans Pfoster, Präsident des Schützenvereins Egg-Wallenwil. Für ihn ist es kein Problem, den Schiessstand mit den Kollegen aus Eschlikon zu teilen. Im Gegenteil. Er habe es der Gemeinde so vorgeschlagen.

«Es war ein Vernunftsentscheid», sagt auch Pfoster. Die Kosten und den Gewinn des Betriebs teilen sich die beiden Vereine. Ein Zusammengehen mit den Eschlikern kommt für Pfoster aber nicht in Frage, noch nicht.

«Für eine gemeinsame Nutzung der Anlage haben wir Hand geboten», sagt er, «der Schützenverein bleibt aber vorerst eigenständig.» Doch wie es in mittelfristiger Zukunft aussieht – der Verein zählt 12 aktive Mitglieder, alle sind schon etwas älter –, kann Pfoster auch nicht sagen.

Fehlender Nachwuchs

Die Problematik des fehlenden Nachwuchses kennt auch Jossi. Bei den Eschlikern sind es 8 bis 10 Schützen, die regelmässig trainieren. Er schliesst eine Fusion mit den Schützen von Egg-Wallenwil nicht aus.

«Doch erst einmal müssen wir schauen, wie es mit dem gemeinsamen Schiessen funktioniert.» Grundsätzlich ist er aber der Meinung: «Besser ein Verein, der überlebensfähig ist, als zwei, die sich dauernd mit Nachwuchssorgen auseinandersetzen müssen.»

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