Gemeinde deckelt Beiträge an Hochstammbäume

Die Förderung von Projekten der Landschaftspflege soll präziser geregelt werden. Über das Geschäft wird an der Gemeindeversammlung abgestimmt.

Simon Roth
Merken
Drucken
Teilen
Hochstammbäume prägen den Thurgau. (Archivbild: Nana do Carmo)

Hochstammbäume prägen den Thurgau. (Archivbild: Nana do Carmo)

150 000 Franken – so viel würde die Gemeinde Aadorf die Förderung von Hochstammbäumen kosten. Dafür müssten die rund 4000 Bäume, die sich auf Gemeindegebiet befinden, auch noch angemeldet und die Gesuche bewilligt werden.

Nun hat der Gemeinderat eine Änderung im «Beitragsreglement Natur- und Landschaftspflege» vorgeschlagen. In der Botschaft der kommenden Gemeindeversammlung schlägt er die Einführung eines Kostendachs sowie die Senkung der Beiträge vor. Laut Gemeindepräsident Matthias Küng geht es nicht darum, die Förderbeiträge einzustampfen. Vielmehr habe die Änderung der Rahmenbedingungen auf Bundesebene die Präzisierungen nötig gemacht. Am 5. Dezember können die Stimmbürger darüber abstimmen.

Bund hat Spielregeln geändert

Erst vor knapp drei Jahren war das Beitragsreglement Gegenstand der Diskussion an einer Gemeindeversammlung. Am 13. Januar 2014 stimmte das Stimmvolk den Anpassungen ohne Gegenstimme zu. Grundlage für die Überarbeitung war damals die «Ökoqualitätsverordnung» des Bundes, welche im Zuge der Verordnungen der Agrarpolitik 2014 bis 2017 aufgehoben und neu in die «Direktzahlungsverordnung» integriert wurde.

Die Anforderungen für Beiträge sind in letzterer tiefer formuliert. «In der Gemeinde Aadorf gibt es dadurch bedeutend mehr Bäume, die diesen Anforderungen entsprechen», sagt Küng. Deshalb seien in den Folgejahren auch viel mehr Gesuche eingereicht worden. Gab man vor 2014 noch zwischen 18 000 und 19 000 Franken aus, waren es danach bereits um die 53 000, und es musste ein Nachtragskredit beantragt werden. «Das ist nicht mehr Sinn und Geist des Reglements, welches 2014 angenommen wurde», erklärt Küng. Die höhere Qualitätsanforderung biete einen wesentlichen ökologischen Mehrwert, was mit mehr Handarbeit einhergehe. «Diesen Mehraufwand wollen wir entschädigen», sagt Küng.

Mehr Gesuchsteller sollen berücksichtigt werden

Aus ökologischen Gründen und zur Förderung der Biodiversität erachtet er es als sinnvoll, die Fördergelder auszuzahlen. «Die Hochstammbäume bilden im Thurgau ein Qualitätsmerkmal in der Landschaft», so Küng.

Nun soll der Artikel 7 des Beitragsreglements geändert werden. Der Gemeinderat präzisiert es dahingehend, dass eine höhere Qualitätsstufe erreicht werden muss. Nach jetzigem Beitragsreglement kann ein Anspruch von jährlich 40 Franken pro Baum geltend gemacht werden, künftig soll dieser Betrag auf 30 Franken gekürzt werden. «Durch das Herabsetzen können wir mehr Gesuchsteller berücksichtigen», erläutert Küng. Zudem soll ein Kostendach von 30 000 Franken pro Kalenderjahr eingeführt werden. Sobald die Limite erreicht ist, können keine weiteren Gesuche berücksichtigt werden. «Wir haben alle Bewirtschafter über die Änderungen informiert. Ich rechne nicht damit, dass die Limite ausgeschöpft wird», meint Küng.

Gemeindeversammlung, Montag, 5. Dezember, 19.30 Uhr, Gemeindezentrum Aadorf