Gelungene Zusammenarbeit

WAGENHAUSEN. Mit der Erneuerung des Grundwasserpumpwerks Etzwilen sichert sich die Stadt Stein am Rhein die Wasserversorgung. Der geschichtsträchtige Spatenstich ist aber auch eine kantonsübergreifende Zusammenarbeit in der Trinkwasserversorgung.

Margrith Pfister-Kübler
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Das Team: Brunnenmeister Heinz Herren, Steins Stadtpräsidentin Claudia Eimer, Wagenhausens Gemeindeammann Harry Müller, Bohrmeister Peter Fechl und Ingenieur Michael Küttel. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Das Team: Brunnenmeister Heinz Herren, Steins Stadtpräsidentin Claudia Eimer, Wagenhausens Gemeindeammann Harry Müller, Bohrmeister Peter Fechl und Ingenieur Michael Küttel. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

«Vor 83 Jahren sind hier schon einmal Gemeinderäte aus Wagenhausen und Stadträte aus Stein am Rhein zum Spatenstich zusammengekommen», blickte Stadtpräsidentin von Stein am Rhein, Claudia Eimer, auf Historisches zurück.

Das Land rund ums Grundwasserpumpwerk Etzwilen ist im Besitz der Stadt Stein am Rhein, befindet sich aber auf Thurgauer Boden. Und unter dem Boden gibt es einen Grundwassersee. Als Stein am Rhein 1924 auf der Suche nach Grundwasser Gutachten erstellen liess von einem Zürcher Geologen, empfahl dieser zwei lohnenswerte Gebiete: zwischen Ramsen und Wilen und das andere zwischen Etzwilen und Kaltenbach.

Pumpwerk mit zwei Brunnen

«Man entschied sich 1929 für Etzwilen und Kaltenbach, da der Wassertransport durch die Höhenlage einfacher zu bewerkstelligen war. Zwei Sondierbohrungen und Pumpversuche ergaben eine ausreichende Menge äusserst hochwertiges und hygienisches Trinkwasser.» Gebaut wurde ein Pumpwerk mit zwei Brunnen, dazu kamen 2,7 Kilometer Leitungen.

Das Grundwasserwerk Etzwilen bildet heute das Herzstück der Wasserversorgung von Stein am Rhein. Es deckt rund 60 Prozent des täglichen Wasserbedarfs ab. Im 2007 wurde die Konzession zur Förderung und Nutzung des Grundwassers für 1950 Liter pro Minute, höchstens 300 000 Kubikmeter pro Jahr, durch den Regierungsrat des Kantons Thurgau bis ins Jahr 2029 verlängert. Das neue Projekt besteht aus zwei Hauptteilen: Erneuerung des Grundwasserpumpwerks Etzwilen und die Gesamterneuerung der Steuerung. Kosten: rund 2,2 Millionen. Geoelektrische Tomographie, drei Kernbohrungen, Flowmetermessungen und chemische Grundwasseranalysen gingen der Planung der Firma Schnewlin/Küttel AG, Winterthur, voraus.

Neues Betriebsgebäude

Gebaut werden zwei Filterbrunnen, einer 28,5 Meter tief, einer wird 18,5 Meter tief. Die Förderleistung beider Brunnen liegt zusammen bei 3000 Litern pro Minute. Dies erlaubt die Füllung der Reservoire in mindestens sechs Stunden und maximal zwölf Stunden. Aus hygienischen Gründen werden die Brunnen mit einem Edelstahldeckel abgedeckt.

Erbaut wird auch ein neues Betriebsgebäude. Ins neue Prozessleitungssystem können auch die Zusammenschlüsse mit der Wasserversorgung Hemishofen und der Wasserversorgung Eschenz integriert und in einen regionalen Verbund eingebunden werden. Auch von Stadtrat Ernst Böhni gab es grosses Lob und Dankesworte für die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden Wagenhausen, Eschenz und Hemishofen und für die Durchleitungsrechte für die Wasserschiene von Landpächtern und Landwirten.

Die Zusammenarbeit der Politischen Gemeinde Wagenhausen und der Stadt Stein am Rhein ist nicht nur gute Gewohnheit, sie ist Tradition und hat geradezu Kultcharakter. Dies bestätigte eben auch der Gemeindeammann Harry Müller.