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GELDSEGEN: Kanton Thurgau erbt Millionen - so will er es ausgeben

Die Kantonsarchäologen erben zusammen mit der Kantonsbibliothek 6,36 Millionen Franken von Walter Enggist aus Frauenfeld. Damit werden Projekte finanziert und ein Thurgauer Forschungspreis ins Leben gerufen.
Silvan Meilen
Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann (rechts) und Kantonsarchäologe Hansjörg Brehm informieren über die Verwendung des Vermächtnisses. (Bild: Andrea Stalder)

Kantonsbibliothekar Bernhard Bertelmann (rechts) und Kantonsarchäologe Hansjörg Brehm informieren über die Verwendung des Vermächtnisses. (Bild: Andrea Stalder)

Walter Enggist heiratete nie, hatte keine Nachkommen. Und er lebte zurückgezogen. Niemand auf der Kantonsverwaltung kannte ihn. Umso erstaunter war man dort, als sein letzter Wille bekannt wurde. Der Frauenfelder, der im Alter von 68 Jahren nach langer Krankheit verstarb, vermachte sein Vermögen dem Amt für Archäologie und der Kantonsbibliothek. «6355380 Franken», sagte Regierungsrätin Monika Knill gestern an einer Medienkonferenz. Die Kantonsvertreter legten dar, was mit dem Geld aus dem Nachlass genau geplant ist.

Ein gut dotierter Thurgauer Forschungspreis

Walter Enggists ehrte den Kanton Thurgau als seinen Erben, weil dieser ihm den Grundstein für seine spätere Karriere als Informatiker legte, hielt er in seinem Testament fest. Durch seine Hinterlassenschaft lebt nun der Name Walter Enggist weiter. Denn ein Teil seines Erbes wird für einen Thurgauer Forschungspreis eingesetzt, um wissenschaftliche Karrieren zu fördern. Mit dem «Forschungspreis Walter Enggist» sollen künftig wissenschaftliche Arbeiten ab Masterstudium ausgezeichnet werden, die einen inhaltlichen oder personellen Bezug zum Thurgau haben, erklärte Urs Schwager, Chef des Amtes für Mittel und Hochschulen. Das seinem Amt angegliederte Kompetenzbündel Thurgau Wissenschaft werde im Herbst 2019 diesen Preis erstmals vergeben. «Er ist mit 15 000 Franken sehr hoch dotiert und dadurch äusserst attraktiv», sagte Schwager. «Das Preisgeld soll für weitere Forschungsarbeiten eingesetzt werden.» Für die nächsten 20 Jahre mindestens sei dieser wissenschaftliche Preis gesichert. Finanziert wird er aus dem Walter-Enggist-Fondes des Amtes für Archäologie und der Kantonsbibliothek. Ohne Zweckbestimmung vermacht Enggist seinen Nachlass explizit diesen beiden Ämtern. Sie teilen sich die hinterlassenen 6,36 Millionen Franken hälftig.

Digitalere Bibliothek und archäologische Bohrungen

Die Kantonsbibliothek wolle das Geld nutzen, um vermehrt historische Bestände digital zugänglich zu machen, erklärte Bernhard Bertelmann, Leiter der Kantonsbibliothek. «Wir wollen unseren Bildungsauftrag in die digitale Welt adaptieren.» Von weiteren neuen digigalen Angebote würden Wissenschafter wie auch die breite Bevölkerung profitieren. Die zusätzlichen Mittel würden einen grossen Schritt ermöglichen.

Auch das Amt für Archäologie fasst bereits ein konkretes Projekt ins Auge, verriet Kantonsarchäologie Hansjörg Brem. Um Informationen über das Klima auf dem Gebiet des Kantons Thurgau seit der Eiszeit zu erhalten, sind spezielle Bohrungen geplant. Sie sollen beispielsweise Aufschluss darüber geben, wann welches Wetter vorherrschte, seit wann Roggen angebaut wird oder ob etwa Brandrodungen zu verstärkter Erosion geführt haben. Und auch den mysteriösen Hügeln im Bodensee soll weiter auf den Grund gegangen werden.

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