Gefahr aus dem Untergrund

Ein Neubau im Frauenfelder Industriegebiet wird höher gelegt, damit ihn nicht das Grundwasser hebt.

Thomas Wunderlin
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FRAUENFELD. Die Elliker Sky-Frame AG hat für ihren Neubau in Frauenfeld eine Terrainveränderung beantragt. Auf einer 11 000 Quadratmeter grossen Fläche zwischen Paketpost und Autobahn soll ab 2014 das Sky-Frame- Erfolgsprodukt gefertigt werden: Schiebefenster, deren Rahmen in Boden, Wand und Decke versenkt werden.

Der Bauplatz ist weitgehend eben. Der Westrand liegt auf 391,2, der Ostrand auf 392,8 Meter über Meer. Neu soll die Fläche mit Hilfe des Aushubs der Tiefgarage und des Hochregallagers gesamthaft auf 392,9 Meter über Meer gelegt werden. Dazu gehören Versickerungsmulden auf 390,7 über Meer.

Wie ein Schiff in einer Schleuse

Der Zweck ist laut Baugesuch «Schadensminimierung des Gebäudes infolge Hochwasser». Tatsächlich geht es nicht um eine überirdische Überflutung, sondern um steigendes Grundwasser. Es kann ein Haus anheben wie ein Schiff in einer Schleuse. Schäden wären die Folge, da Häuser in der Regel nicht für die Schifffahrt gebaut werden. Gemäss Projektleiter René Habrik wird das Gelände etwa 1,2 Meter höher gelegt, «damit wir mit der Tiefgarage auf dem höchsten Stand des Grundwassers sind».

Hinweis des Experten befolgt

«Es freut uns, dass die Bauherrschaft unsern Hinweis aufgenommen hat», sagt Marco Baumann, Leiter der Abteilung für Wasserwirtschaft und Wasserbau im kantonalen Amt für Umwelt. Grundsätzlich sei es möglich, ins Grundwasser hineinzubauen. Man sollte aber über dem mittleren Grundwasserspiegel bleiben.

Vor überirdischem Hochwasser fürchtet sich Projektleiter Habrik nicht, obwohl die Thur bei einem Dammbruch die Allmend einen halben Meter unter Wasser setzen könnte. Eine Ahnung davon konnte man am 1. Juni bekommen: Der Rückstau der Rohrerbrücke reichte bis in die Nähe der Rennbahn. Habrik: «Wir sind einen bis anderthalb Meter höher als die Allmend.»