Gastro Thurgau verliert stetig Mitglieder

Mitgliederschwund und mangelndes Interesse in den Sektionen von Gastro Thurgau sind ein Problem. Weitere Fusionen sind nicht mehr möglich, Auflösungen derzeit aber nicht aktuell. Dennoch ist es für Gastro-Thurgau-Präsident Ruedi Bartel eine Frage der Zeit.

Kurt Peter
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BALTERSWIL. «Im Grossen und Ganzen läuft es gut in den Sektionen», erklärt Ruedi Bartel auf die Situation angesprochen. Dass an der Generalversammlung von Gastro Kreuzlingen-Weinfelden die Diskussion über eine Auflösung wieder in Gange kam, führt er auf die Schwierigkeiten zurück, geeignete Personen für den Vorstand zu finden. Denn «mit diesem Gremium steht und fällt eine Sektion», wie der Gastro-Thurgau-Präsident erklärt. Akuten Handlungsbedarf sieht er nicht, die Sektionen Oberthurgau, Frauenfeld-Untersee und Rhein sowie Hinterthurgau seien gut aufgestellt. Aber Gesprächsbedarf ist seiner Meinung nach vorhanden. Er sieht einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren, bis die Diskussionen zu neuen Lösungen führen werden.

Konkurrenzdruck am See

Keine Lösung sind für ihn weitere Fusionen. Im Thurgau wurden in den letzten Jahren viele kleinere Sektionen zusammengeführt, der Untersee mit Frauenfeld, Weinfelden mit Kreuzlingen und es wurde eine einzige Sektion Oberthurgau gegründet. «Damit verfügen diese Organisationen über eine vernünftige Grösse», meint Bartel. Das Problem sieht er im fehlenden Interesse und dem mangelnden Engagement der Mitglieder.

Dass gerade die Sektion Kreuzlingen-Weinfelden, bedingt durch die Grenzlage, eine besonders schwierige Situation meistern muss, ist ihm durchaus bewusst. Die Gastronomie leidet in dieser Region unter enormem Druck durch die Konstanzer Anbieter, ein Umstand, der am See zu Problemen führt, in Frauenfeld und dem Hinterthurgau kaum nicht vorhanden ist. Doch Bartel setzt auf die Kreativität und die Kompetenz der Betriebe am See.

Von 700 auf 560 Mitglieder

Bartel räumt ein, dass nur noch eine einzige, starke Sektion Gastro Thurgau nicht von der Hand zu weisen wäre. Andere Kantone wie Solothurn und Aargau kennen eine solche Lösung bereits. «Allerdings ist es auch wichtig, Ansprechpartner in den Regionen zu haben», erklärt der Präsident. Grosse finanzielle Folgen fürchtet er nicht: Bereits heute befindet sich das Sekretariat extern in St. Gallen und kostet jährlich 30 000 Franken.

Was ihm wirklich Sorgen bereitet ist der Mitgliederschwund. Waren es vor wenigen Jahren noch 700 sind aktuell 560 Betriebe im Verband. «Zwischen 15 und 20 Mitglieder verlieren wir jährlich, Neuanmeldungen ersetzen die Austritte bei weitem nicht.» Es bestehe keine Pflicht, bei Gastro Thurgau oder einer Sektion mitzumachen, hält Bartel fest. Resultat: Gastro Thurgau vertritt nur die Hälfte der im Kanton ansässigen Betriebe.

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