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GASTKANTON: «Von jetzt an jedes Jahr an die Olma»

Der Frauenfelder Werner Dickenmann hat den viel gelobten Thurgauer Gastauftritts an der Olma gemanagt. Im Gespräch mit der «Thurgauer Zeitung» zieht der frühere Olma-Muffel Bilanz und verrät, dass er nun jedes Jahr an die Messe gehen wird.
Christian Kamm
Werner Dickenmann zieht eine sehr gute Bilanz vom Auftritt des Kantons Thurgau als Gastkanton an der Olma. (Bild: Reto Martin)

Werner Dickenmann zieht eine sehr gute Bilanz vom Auftritt des Kantons Thurgau als Gastkanton an der Olma. (Bild: Reto Martin)

Werner Dickenmann, wie oft waren Sie an der diesjährigen Olma?
Insgesamt elf Mal.

Also jeden Tag?
Ja.

War das so geplant oder gab es für den OK-Chef des Gastkantons Thurgau kurzfristige Feuerwehreinsätze?
Den ersten Sonntag, 15. Oktober, wollte ich eigentlich auslassen. Aber ich konnte dann doch nicht anders und war trotzdem drei Stunden vor Ort. Feuerwehreinsätze musste ich keine leisten. Und wenn es Fragen gegeben hat, war ich ja präsent.

Kleinere Pannen?
Die gibt es immer. Das waren jedoch nicht so grosse Probleme, dass es gleich den Chef gebraucht hätte.

Wie lautet Ihre Bilanz des Olma-Gastauftritts?
Aus unserer Sicht: Unglaublich erfreulich. Wir konnten uns im Vorfeld gar nicht vorstellen, dass es derart gut laufen würde. Freude und Zufriedenheit waren allgegenwärtig: Bei den Besucherinnen und Besuchern, beim Veranstalter aber auch bei uns selber.

Womit konnte der Thurgau vor allem punkten?
Schon beim Start hatten wir grosses Glück mit dem Wetter. Der Festumzug kam sehr positiv rüber. Eine Bilderbuch-Kulisse mit über 30000 Zuschauern, ein wahrer Traumstart. Dann machte es förmlich klick, via Medienberichterstattung, über die Mund-zu-Mund-Propaganda.

Manchmal hatte man das Gefühl, die Olma 2017 finde im Sommer statt. Haben Sie in der Sonderschau nicht auch gespürt, dass die Menschen lieber draussen waren?
Nein, wir spürten das nicht. Vielmehr waren wir teilweise am Anschlag, weil so viele Leute kamen. Dass es nicht überall so gut gelaufen ist, merkten wir jeweils nur, wenn die Olma-Leitung zu uns gekommen ist. Denn die war schon etwas bedrückt, weil die Messe diesmal quasi draussen stattgefunden hat. Jahrmarkt und Bahnen boomten ja wie noch nie.

Und wie lief der Festakt?
Wie am Schnürchen. Wir waren mit all diesen wunderbaren Nummern voll im Zeitplan und erlebten einen Reto Scherrer in Hochform, der auch die Zeit zwischen den Umbauten mit links überbrückte.

Sonnenstiche gab es keine?
Nein, aber die gelben Melkerhüte, die verteilt wurden, sind sehr gut angekommen. Sonnenstiche habe ich zwar keine gesehen, dafür aber Tränen − Freudentränen von namhaften Leuten, die an der Olma beteiligt waren.

Der Thurgau hat sich sehr professionell und sympathisch verkauft. Aber auch etwas vorhersehbar. Die ganz grosse Überraschung, das Unerwartete, hat gefehlt.
Das kann ich so stehen lassen. Denn wir wollten vor allem die bekannten Stärken des Thurgaus betonen, etwa die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit dem Stadler-Zug. Auch auf das Kulinarische oder die Wirkung des Bodensees haben wir gesetzt und Letztere mit Bildern, Wasser und Steg verstärkt. Überraschungen hat es im Kleinen sehr wohl gegeben, zum Beispiel mit dem Thurgau Pass.

Wie viele «Neo-Thurgauer» konnten mit der Aktion gewonnen werden?
50'000 Pässe wurden abgegeben, die Hälfte davon mit Foto. Im «Passbüro» hat man eine riesige Arbeit geleistet. Und jetzt hoffen wir auf einen nachhaltigen Effekt mit den im Pass enthaltenen Sonderangeboten.

Wie ist man auf die Idee gekommen, eine Regierungsrätin als Reiseführerin für den Werbefilm in der Sonderschau einzuspannen?
Unser Kreativ-Team fand, dass Sportministerin Monika Knill eine sehr gute Botschafterin für den Thurgau sein könnte. Ich habe sie dann angefragt und vorgewarnt, dass die Dreharbeiten fünf Tage dauerten. Es waren dann sogar sechs. Monika Knill meinte, sie habe noch Ferientage und hat zugesagt. Frau Knill hat das ausgezeichnet gemacht. Und sie fährt notabene Velo, man musste sie also nicht zu etwas zwingen, was sie sonst nicht macht.

Regierungsrätin Knill wirbt in diesem Film für ein einzelnes Hotel oder ein bestimmtes Bier. Gab es da kein böses Blut unter den Konkurrenten?
Federführend beim Inhalt war war Thurgau Tourismus. Den Ansatz, auf einzelne Leuchttürme zu setzen, habe ich voll unterstützt. Man kann ja nicht alles zeigen. Diskussionen gab es bei der Wahl der Schiffsanlegestelle. Wir entschieden uns für den Untersee und den Steg in Berlingen. Dahinter steckt aber keine Wertung, was schöner ist.

Verraten Sie uns dafür Ihr schönstes Olma-Erlebnis?
Wie die Jungen, die ich bewusst ins OK hinein genommen habe, mitgearbeitet und ihr erstes grosses Projekt durchgezogen haben: Brigitte Süess beim Umzug, Dani Bauer in der Sonderausstellung, Michael Schwarzenberger bei den Nutztieren. Die haben fantastische Arbeit geleistet.

Bundespräsidentin Doris Leuthard hat der Thurgauer Sonderschau auch ihre Aufwartung gemacht. Konnten Sie mit ihr sprechen?
Ja, kurz. Auch Sie zeigte sich begeistert vom Auftritt. Alles sei so offen, hell und freundlich.

Die Messe ist vorbei. Die Arbeit getan. Jetzt sind Sie wahrscheinlich ferienreif.
Ich bin am Runterfahren, ja. Aber ich habe noch ein paar Beigen auf dem Schreibtisch. Jetzt kommt die Nacharbeit: Verdanken, Abrechnen und Abschlussarbeiten.

St. Gallen und die Olma haben Sie wohl für ein Weilchen gesehen.
Am Sonntagabend hat meine Frau beim Heimfahren zu mir gesagt: «So und jetzt, wie lange gehst du nicht mehr an die Olma?» Sie ist ein richtiger Fan, ich hingegen ging bis jetzt nur alle fünf Jahre hin. Wissen Sie, was ich geantwortet habe?

Sagen Sie es mir.
Ich sagte: «Von jetzt an gehe ich jedes Jahr an die Olma.»

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