GASTKANTON: «Etwas für alle Sinne bieten»

Serie «Olma, wir kommen!» (2): Werner Dickenmann ist OK-Präsident des Thurgauer Gastauftritts an der Olma 2017. Im Interview sagt er, wieso er für die Aufgabe zugesagt hat, wie der Vorbereitungsstand ist und was es mit dem «Thurgauer Pass» auf sich hat.

Sebastian Keller
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Werner Dickenmann zwischen seinen Reben in Hüttwilen. (Bild: Andrea Stalder)

Werner Dickenmann zwischen seinen Reben in Hüttwilen. (Bild: Andrea Stalder)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Werner Dickenmann steht zwischen Reben in Hüttwilen. Für das Foto hat er einen Ort gewählt, wo seine Frau und er gerne Zeit verbringen. Der 65-Jährige hat – trotz Pensionierung im Februar – eine volle Agenda. Eines seiner Projekte ist die operative Leitung des Thurgauer Gastauftritts an der Olma 2017. Der Wümmet der Blauburgunder-Trauben könnte in die Olma-Zeit fallen. «Das klappt schon», sagt der Frauenfelder. Er spricht wie jemand, der nicht Probleme sieht, sondern Lösungen sucht.

Werner Dickenmann, welche Erinnerung haben Sie an die Olma?

Es sind Jugenderinnerungen. Als Bauernfamilie machten wir nicht oft Ausflüge, aber zur Olma fuhren wir regelmässig. Damals war die grosse Umstellung im Gang: Vom Pferd zum Traktor. Die technischen Hilfsmittel pflügten die Landwirtschaft um, und diese wurden an der Olma präsentiert. Das interessierte mich. Ich erinnere mich aber auch an die vielen Menschen und an St. Gallen.

Sie sind als operativer Leiter für den Thurgauer Gastauftritt zuständig. Was ist Ihre Aufgabe?

Zuerst musste ich das zwölf­köpfige Organisationskomitee zusammenstellen. Nun geht es darum, den gesamten Auftritt von der Eröffnungsfeier bis zur Sonderschau zu organisieren und durchzuführen.

Wie kamen Sie dazu?

Monika Knill und Kaspar Schläpfer, damals beide im Regierungsrat, luden mich zu einem Gespräch ein. Ich wusste nicht, worum es geht, weshalb ich mir vorsichtshalber eine Krawatte umband. Als sie mich fragten, ob ich die operative Leitung übernehmen wollte, habe ich aber nicht sofort zugesagt.

Weshalb haben Sie schliesslich Ja gesagt?

Projekte reizen mich, ich fange gerne bei null an. Als Frauenfelder Stadtrat habe ich beispielsweise den Murg-Auen-Park aufgegleist. In meinem Beruf als Baumeister bei der Stutz AG habe ich viele Projekte angepackt und erfolgreich realisiert.

Am 12. Oktober wird die Olma eröffnet. Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen?

Jetzt sind wir in der Umsetzungsphase. Bis Ende Juli haben wir die Lieferantenliste beisammen. 90 Prozent stammen aus dem Thurgau. Dabei geht es nicht nur um Wein und Äpfel, sondern auch um handwerkliche Arbeiten.

Wie gross ist das Budget?

1,5 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds. Ich bin zuversichtlich, dass wir es einhalten.

1,5 Millionen ist eine stolze Summe. Was bringt diese Investition dem Thurgau?

Wir schaffen eine Plattform für den Kanton, die ein interessiertes Publikum anzieht. Wir wollen den Thurgau auf eine sympathische Art bekannter machen. Durchaus mit Selbstbewusstsein. Das deuten auch die Krallenspuren im grafischen Auftritt des Mottos «De Leu isch los» an. Wir wollen die Qualitäten des Kantons Thurgau präsentieren.

Welches sind die Eckpunkte des Thurgauer Auftritts?

Das beginnt mit der Eröffnungsfeier im Stadttheater am Donnerstag. Dann der Umzug und der Festakt am Samstag. Wir reisen mit drei Sonderzügen an. Rund 1000 Teilnehmer präsentieren in 35 Gruppen die Vielfältigkeit des Kantons. Musik- und Sportvereine, die Landwirtschaft, die Wirtschaft und sogar das Militär sind mit dabei. Uns war wichtig, Vertreter aus dem ganzen Kanton im Boot zu haben. Das ist uns gelungen. Wobei wir einigen absagen mussten. Ich werte das als schönes Zeichen: Die Leute wollen mitwirken.

Auf 800 Quadratmeter zeigt sich der Thurgau an der Sonderschau. Was erwartet die Besucher?

Im Eingangsbereich können sie einen «Thurgauer Pass» machen. Das ist etwas zum Mitnehmen. Zudem ist er mit Gutscheinen ausgestattet, die zum Besuch des Thurgaus einladen. Die Sonderschau beleuchtet die Bereiche Genuss, Arbeit und Leben. Um nur einige Elemente zu nennen: Ein Genussmarkt, ein kleiner Bodensee mit Steg, aber auch ein Stadler-Zug, in dem sich die Wirtschaft präsentiert. Nicht zu vergessen ist der Nutzviehbereich. Wir zeigen Kühe, Geissen und Pferde aus Thurgauer Zucht.

Das tönt sehr bodenständig.

Wir wollten nichts Philosophisches. Die bis zu 400000 Gäste, die wir hoffentlich begrüssen dürfen, sollen etwas Greifbares für alle Sinne bekommen.

Wie bringen Sie die Olma an die Thurgauer Bevölkerung?

Über verschiedene Kanäle. Eine wichtige Gelegenheit ist die Wega vom 28. September bis 2. Oktober. Dort geben wir einen Vorgeschmack. Dafür sind wir den Wega-Verantwortlichen dankbar. Und dafür, dass wir die Apfelkönigin ausnahmsweise in St. Gallen küren dürfen.

Auf was freuen Sie sich persönlich am meisten?

Auf die vielen Begegnungen. Zudem ist die Olma 2017 eine ganz spezielle: Es ist die 75. Austragung und die fünfte Teilnahme des Thurgaus als Gastkanton. Das ist eine ganz besondere Ehre.

Über den Olma-Gastauftritt von 1998 spricht man noch heute. Was soll nach dem 22. Oktober 2017 haften bleiben?

Das Motto «De Leu isch los». Es ist ja ein einprägsames Motto, das sollte klappen. Ich hoffe auch, dass alle Beteiligten stolz zurückblicken können.