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GASTKANTON: Die Sau ist los

Olma, wir kommen!» (6): ohne Säuli keine Landwirtschaftsmesse. Der kleine Glücksbringer posiert jeweils mit dem Bundesrat fürs Foto und rennt in der Arena um die Wette. Beides lancierte ein Thurgauer.
Silvan Meile
Hans Stettler mit Bundesrat Adolf Ogi und das Glücksschweinchen and der Olma. (Bild: Michel Canonica (13. Oktober 1994))

Hans Stettler mit Bundesrat Adolf Ogi und das Glücksschweinchen and der Olma. (Bild: Michel Canonica (13. Oktober 1994))

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

Der Publikumsrenner an der Olma ist eine Thurgauer Erfindung: das Säulirennen. Seit 1996 freuen sich die Messebesucher in der Arena auf dem Olma-Gelände über den tierischen Gaudi. Den Einfall für diesen Wettkampf hatte Hans Stettler, ehemaliger Chef des Thurgauer Landwirtschaftsamtes und langjähriger Olma-Funktionär. Weder in St. Gallen noch im Thurgau sei die Idee geboren, erinnert er sich. Er brachte sie in Winterthur erstmals zur Sprache.

«Jetzt spinnt der Stettler», hätten sich die Anwesenden im Restaurant Wartmann wohl gedacht, erzählt der heutige Pensionär bei sich zu Hause in Stettfurt. An einer Sitzung mit Vertretern der Schweinebranche schlug er damals vor, an der Olma mit einem Säulirennen diese Tiere und die Branche in den Mittelpunkt zu rücken. Von Seiten der Olma sei der Wunsch aufgekommen, dass auch vor den Hallen regelmässig etwas laufe. Hans Milz aus Amlikon-Bissegg war es schliesslich, der mit einer improvisierten Rennstrecke auf seiner Obstanlage die Säuli auf das Rennen vorbereitete. Noch heute stehe die damals entwickelte Startbox im Einsatz. Und noch heute bereitet Susann Milz 16 auserlesene Schweine auf die Rennen an der Olma vor. Jeweils zwei Monate vor der Messe beginnt das Training. Dafür eignen sich nur die Weibchen. Die Männchen mögen das Mäntelchen nicht, das sie tragen müssen, um auch dem Sponsor zu gefallen.

Der Lockstoff ist eine natürliche Substanz

«Die Tiere werden immer nur mit Futter gelockt», sagt Stettler. Bis heute bleibe das Rezept für die Futtermischung geheim. Der Stettfurter betont lediglich, dass es sich um eine natürliche Sub­stanz handle, die das Futter für die Schweinchen derart schmackhaft macht, dass sie alle losrennen, um als erstes beim Futtertrog einzutreffen. Bis zu 5000 Personen pro Tag verfolgen die Rennen über die 300 Meter lange Strecke. Und sie können auf ihre Favoriten Geld setzen. Das Wissen um die Abwicklung der Wetten habe er von einem Kollegen erhalten, der an den Frauenfelder Pferderennen involviert war, erzählt Stettler. «Er hat uns das Wettbüro erklärt und eine Kasse programmiert.» Und so starteten die Säulirennen vom ersten Tag an durch und wurden auf Anhieb zum Publikumshit. Schon bald gab es Besucher, die hauptsächlich wegen der Säulirennen an die Olma kamen, weiss Stettler.

Zu fünft starten die Säuli jeweils. Jeden Tag rennen sie um die Wette, sind die Stars der Olma. Doch ihr Schicksal ist vorbestimmt. Nach der Olma werden sie gemästet. Auch ihr letzter Weg – wie jener ihrer Artgenossen – führt in den Schlachthof.

Das Säuli und der Fototermin

Von 1984 bis 1998 war Hans Stettler Präsident der Olma-Tierschauen. «Ich habe 15-mal die Eröffnung mit einem Bundesrat erlebt», erinnert sich Stettler. Als er aufgefordert wurde, sich etwas für den Fototermin zu überlegen, dachte er: «Säuli sind doch Glücksbringer.» Und so blieben nicht nur die Säulirennen bis heute ein fester Bestandteil der Olma. Der Fototermin mit den Bundesräten, die ein Schweinchen halten, ist ebenfalls kaum noch von der Messe wegzudenken. Und die Idee dazu kam ebenfalls von Hans Stettler.

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