Ganzjähriger Schutz für Thurgauer Feldhasen

FRAUENFELD. Feldhasen sollen im Thurgau nicht mehr gejagt werden dürfen. Der Thurgauische Tierschutzverband (TTSV) hat am Dienstag eine Volksinitiative für ein Jagdverbot der bedrohten Tierart lanciert. Unterstützt wird er von WWF und Pro Natura.

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Die Feldhasen sollen im Thurgau besser geschützt werden. (Bild: Daniel Hubacher)

Die Feldhasen sollen im Thurgau besser geschützt werden. (Bild: Daniel Hubacher)

Am 15. November werde man mit der Sammlung der Unterschriften beginnen, sagte TTSV-Präsident Reinhold Zepf am Dienstag vor den Medien. Innerhalb von sechs Monaten müssen dann 4000 Unterschriften gesammelt werden.

Keine Rote-Liste-Tiere jagen
Toni Kappeler, Präsident der Thurgauer Sektion von Pro Natura, betonte, es gehe bei dem Verbot darum, dass keine Tiere gejagt werden sollten, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere stünden.

Bisher dürfen im Thurgau Feldhasen zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember gejagt werden. Diese haben im Thurgau derzeit eine Dichte von etwa 3,8 Tieren auf einen Quadratkilometer Fläche erreicht.

Mindestens 6 Hasen pro Quadratkilometer
Eine Studie der Vogelwarte Sempach, die das Bundesamt für Umwelt veröffentlicht hat, bezeichnet einen Bestand von 6 Feldhasen pro Quadratkilometer als unterste Bestandesgrenze. Erst dann sei eine Vergrösserung der Bestände möglich.

Schnell umsetzbare Massnahme
Der TTSV hatte deshalb bereits vor einiger Zeit den Thurgauer Regierungsrat gebeten, Feldhasen in der kantonalen Jagdschutzverordnung ganzjährig zu schützen. Nachdem dieses Begehren abgelehnt worden sei, gehe man nun den Weg der Initiative, so Zepf.

Laut Maya Iseli, Co-Präsidentin des WWF Thurgau/Bodensee, unterstützt der WWF die Initiative, weil ein Jagdverbot eine kostenlose und schnell umsetzbare Massnahme sei, um die Lebensbedingungen für Feldhasen zu verbessern.

Im Aargau und im Solothurn gescheitert
Alle Beteiligten waren sich aber einig, dass diese allein nicht ausreiche, um die Mümmelmänner vor dem Aussterben zu retten. Dazu seien grosse, zusammenhängende Flächen nötig, die möglichst Rückzugsmöglichkeiten in Form von Hecken und Gehölzrändern böten, so Kappeler.

Er verwies auf einige Projekte, die mit Hilfe der Vogelwarte Sempach im St.Galler Rheintal und im Kanton Baselland angelaufen seien. Zudem verzichteten elf Kantone bereits heute auf die Hasenjagd. Im Thurgau dagegen seien 2007 noch 50 Hasen erlegt worden, sagte Zepf.

Die Thurgauer Initiative ist nicht die erste ihrer Art. In den Kantonen Solothurn und Aargau sind Initiativen mit gleichem Inhalt bereits 2003 und 2004 abgelehnt worden. Die Hasenjagd ist in den Thurgauer Nachbarkantonen St.Gallen und Schaffhausen erlaubt, in Appenzell Ausserrhoden aber verboten. (sda)

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