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GAILINGEN: Der Aussenpolitiker vom Hochrhein

Grosse Wechsel auf beiden Seiten des Rheins: Nach dem Diessenhofer Stadtammann Walter Sommer im vergangenen Jahr geht nun Bürgermeister Heinz Brennenstuhl nach 32 Amtsjahren in Pension.
Thomas Güntert

Thomas Güntert

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

«Schweizer ticken schon etwas anders als Deutsche. Das ist aber auch das Schöne, ich konnte viel lernen.» Heinz Brennenstuhl sagt das, seit 32 Jahren Bürgermeister von Gailingen, mehr als nur baulich durch die Rheinbrücke mit Diessenhofen verbunden. Zur Thurgauer Nachbargemeinde gab es bereits vor seiner Zeit traditionelle Verbindungen zwischen einigen Vereinen und der Feuerwehr, sowie ein jährliches Ratstreffen mit dem damaligen Stadtammann Ernst Ott.

«Ein junger Mann namens Sommer»

Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt wurde Walter Sommer in Diessenhofen zum Stadtammann gewählt. «Ein junger, dynamischer Mann», erinnert sich Brennenstuhl. Beide haben vor allem im kulturellen Bereich und bei den Rheinuferprojekten grenzüberschreitend zusammengearbeitet. «Das Ganze steht und fällt mit den handelnden Personen», betont Brennenstuhl, für den die Beziehung zur Schweiz immer eine kleine Aussenpolitik war. Der gebürtige Oberschwabe hat mit dem ehemaligen Kantonspolizeipostenchef Kurt Streil einen deutsch-schweizerischen Freundeskreis gegründet und ist Mitglied in der Diessenhofener Zunft Zum Grimmen Löwen. Dass er einmal in der Thurgauer Nachbargemeinde eine 1. August-Rede halten durfte, sieht er heute noch als grosse Anerkennung an.

Und mit dem neuen Stadtpräsidenten Markus Birk ging das gute Verhältnis nahtlos weiter. Beide kennen sich schon lange von ihren Freizeitaktivitäten auf dem Rhein. «Von dort gründet unser berühmter Spruch ‹Wem ghört der Rhy – Üs›», sagt Brennenstuhl.

Grenzen in den Köpfen

Der Gailinger Rathauschef weiss, dass die Schweizer Nachbarn andere Traditionen und Kulturen haben und wo sie empfindlich sind. Er betont immer wieder, dass an der Landesgrenze beide Seiten profitieren können und die Grenzen überwiegend noch in den Köpfen der Menschen bestehen. «Wir sind schon viel weiter, als der eine oder andere glaubt – insbesondere wenn ich an die sehr konservative SVP denke», bemerkt Brennenstuhl, für den die grenzüberschreitende Region ein einmaliger Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum ist. «Wir dürfen da leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen.» Er bedauert allerdings, dass sich die Schweizer oft in der Opferrolle und die Deutschen als Profiteure sehen. Seiner Meinung nach sind die Dienstleistungsströme jedoch ziemlich ausgeglichen. «Die Deutschen gehen in die Schweiz zum Coop und zum Tanken. Und wer etwas mehr Geld hat, der braucht auch die Schweizer Banken», meint Brennenstuhl.

Er muss lernen, Nein zu sagen

Heinz Brennenstuhl wird am 5. Mai in der Hochrheinhalle offiziell verabschiedet, die im vergangenen Jahr für 3,6 Millionen Euro saniert wurde und sein letztes grosses Projekt war. Am 9. Mai wird er den Neubau noch einweihen. Und am 11. Mai ist dann Schluss für den Gailinger Bürgermeister. Obwohl er bereits mehrere Anfragen für ehrenamtliche Tätigkeiten in verschiedenen Fördervereinen und Ausschüssen auf dem Tisch hat, will er künftig weniger Verantwortung übernehmen und mehr Zeit für sich in Anspruch nehmen. Vor allem mehr Zeit auch für sein erstes Enkelkind, das im April erwartet wird.

Mit den Resultaten aus dem ersten Wahlgang von kommendem Sonntag wird etwa um 19 Uhr gerechnet. Die Bekanntgabe findet vor dem Gailinger Rathaus statt. Im Laufe des Sonntagabends wird das Ergebnis online (www.gailingen.de) publiziert.

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