Gachnang probt für Ernstfall

Was tun bei einem Black-out? Am Gachnanger Industrie- und Gewerbetreffen hat die Gemeindeverwaltung über die Vorgehensweise bei einem grossflächigen Stromausfall informiert.

Mario Tosato
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Gachnang. Die Gemeindeverwaltung Gachnang mit Gemeindeammann Mathias Müller an der Spitze, lud Industrie und Gewerbe Gachnang zum traditionellen Treffen ein. Für einmal standen nicht Baupläne, Einzonungen und Richtpläne im Zentrum. Michel Sennhauser, vom ABA – Amt für Bevölkerungsschutz und Armee des Kantons Thurgau – informierte unter dem Titel «Gachnang dunkel» über Stromausfälle und deren Folgen.

Dominoeffekt jederzeit möglich

In jüngster Vergangenheit führte unter anderem ein Kurzschluss zu Stromausfall im Hauptbahnhof Zürich. Sennhauser hält fest, dass trotz vielen Vorsichtsmassnahmen ein flächendeckendes Black-out möglich sei. Er erinnerte an den Dominoeffekt in Italien (2003) und Deutschland (2006). Als Problemfelder im Thurgau sieht er Informationsdefizite, Verbindungen, Informationsbeschaffung und Aufgebote. Als weitere Problemfelder nannte er das Verhalten der Bevölkerung, kritische Infrastrukturen sowie die Wasserversorgung und -entsorgung. Gemäss Swissgrid erzeugt ein Black-out in der Schweiz Kosten von rund 3 Millionen Franken pro Minute. Die Swissgrid will mit den Verbundpartnern der Entso die Netzfrequenz von 50 Hz sicherstellen und so Black-outs im System verhindern.

Szenarien in Gachnang

Gemeinderat Matthias Keller, Ressortleiter Öffentliche Sicherheit und Entsorgung/Wiederverwertung (EUW), sprach von drei Szenarien in Gachnang, nämlich örtlicher Vorfall, drei bis vier Stunden Stromausfall sowie ein Black-out. Nach seinen Ausführungen ist bei Stromausfall kein Alarm möglich. Nach einer Stunde trifft sich die Sicherheitskommission und nach vier Stunden soll die Bevölkerung orientiert werden. Nach 12 Stunden trete das Szenario Black-out in Kraft. Nach 48 Stunden wird der Bevölkerung das Konzept Trinkwasser in Notlagen bekanntgegeben. Als wichtige Punkte nannte Keller die Hygiene, die Verfügbarkeit der Treibstofflager und Gebäude mit Lift. In nächster Zeit soll abgeklärt werden, wer in Gachnang Notstromgruppen besitzt.