GACHNANG: Motocross erhält Rückendeckung

Die Querelen rund um die WM-Rennen in Niederwil gehen weiter. Nachdem die Gegner eine Petition gestartet haben, kontern nun die Befürworter. Und zwar gleich doppelt. Sie sprechen von Intoleranz und hoffen auf Unterstützung.

Samuel Koch
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Der Schweizer MX2-Fahrer Jeremy Seewer beim WM-Rennen in Niederwil Anfang August. (Bild: Andrea Stalder)

Der Schweizer MX2-Fahrer Jeremy Seewer beim WM-Rennen in Niederwil Anfang August. (Bild: Andrea Stalder)

GACHNANG. Es ist der Widerstand gegen den Widerstand. Auf die Gegner der Motocross-WM auf der Anlage «Schweizer Zucker» in Niederwil folgen die Befürworter. Nachdem der im Langäcker wohnhafte Alexander Kutter seit vergangenem Wochenende Gegner der WM-Rennen hinter sich schart, wird nun auch das Pro-Lager aktiv und startet gleich zwei Petitionen.

Eine entstammt dem Quartier Sandbüel in Messenriet unmittelbar oberhalb der Anfang August durchgeführten Motocross-WM. Als Federführerin zeichnet Gaby Hartmeier verantwortlich, die seit gestern fürs Motocross weibelt, Petitionen in Papierform in Briefkästen verteilt und so Unterschriften sammelt. «Kutters Petition ist mir sauer aufgestossen», sagt Hartmeier. Sie wolle mit ihrer Unterschriftensammlung zeigen, dass nicht alle Anwohner gegen Motocross sind. «Der Motocross-Grand-Prix wertet die Standorte Gachnang und Frauenfeld auf», ist Hartmeier überzeugt. Zudem sei es intolerant, sich über Lärm und Gestank eines zweitägigen Anlasses im Jahr zu beschweren.

Gaby Hartmeier, Petitionärin pro Motocross (Bild: pd)

Gaby Hartmeier, Petitionärin pro Motocross (Bild: pd)

Voten aus der ganzen Schweiz

Dass sie von OK-Präsident Willy Läderach zur Petition angestiftet worden ist, verneint Hartmeier. Sie glaubt ohnehin, dass die Mehrheit der Bevölkerung für die Motocross-Rennen ist. Nebst Hartmeier setzt sich auch Jacqueline Hauser aus Donzhausen bei Sulgen für die WM in Niederwil ein. Sie sammelt ihre Unterschriften online mit der Petition «Pro Motocross-Strecke <Schweizer Zucker> Niederwil/Frauenfeld». «Mein Sohn fährt ebenfalls Motocross, und der Anlass war super organisiert», sagt Hauser. Dass Widerstand dagegen aufgekommen sei, habe sie derart wütend gemacht, dass sie am Dienstag in die Gegenoffensive gegangen ist. Mittlerweile zählt ihre Petition schon über 2000 Unterschriften, unter anderem aus Bischofszell, Weinfelden über Frauenfeld bis Winterthur, Zürich, in die Innerschweiz und den Kanton Bern hinein. «Ich habe den Link auf Facebook gestellt und gehofft, dass sich viele dafür einsetzen», sagt Hauser. Dass Gaby Hartmeier gleichzeitig eine Petition in die Gachnanger Briefkästen verteilt, sei reiner Zufall. «Als wir voneinander gehört haben, sprachen wir uns dann doch noch rasch ab», sagt Hartmeier. Denn bei ihren Anliegen gehe es ja ums gleiche, dass in Niederwil auch in Zukunft die weltbesten Motocross-Fahrer an den Start gehen können. Rückendeckung erhalten die Petitionärinnen vielerorts. So fordert eine Nutzerin der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Frauenfeld, wenn…» andere zur Unterschrift auf. Ein weiterer schreibt: «Von mir aus könnte in Niederwil eine permanente Strecke gebaut werden.»

Baldige Schlussbesprechung

Motocross-Gegner Alexander Kutter stören die Pro-Petitionen nicht. «Das ist doch ihr Recht, das müssen wir Gegner akzeptieren», sagt er. Viele Telefonate und E-Mails aus der Region würden ihn aber in seinem Vorhaben stärken. «Schliesslich wird aber die Entscheidung über die WM-Rennen sowieso rechtlich fallen und nicht emotional.»

Auch Gachnangs Gemeindepräsident Matthias Müller hält sich bedeckt. Auf Anfrage zählt er Pro- wie auch Kontra-Argumente auf. «Fakt ist, dass die Rennen auf der neuen Anlage definitiv besser aufgehoben sind als früher im Schollenholz.» Dass Petitionen im Umlauf sind, weiss Müller. Die Gemeinde werde diese gemäss Gemeindeordnung zur Kenntnis nehmen und schriftlich darauf antworten. Zudem findet nächste Woche die Schlussbesprechung mit Vertretern von Kanton, Gemeinde und der Stadt Frauenfeld statt.

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