Fussballfan zu Recht die Ausreise verweigert

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Bundesgericht Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) hat im Juli 2015 gegen einen Fan des FC St. Gallen zu Recht eine Ausreisesperre verfügt. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der Fan konnte deshalb ein Fussballspiel in Deutschland nicht besuchen. Der Mann, der gemäss dem gestern publizierten Urteil des Bundesgerichts zur harten Fanszene des FC St. Gallen gehört, durfte wegen der Ausreisebeschränkung während vier Tagen nicht ins benachbarte Ausland reisen.

Mit schweizweitem Stadionverbot belegt

Das Fedpol verfügte die Sperre auf Antrag der Stadtpolizei St. Gallen. Der Betroffene war im Januar 2015 mit Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken und einer Busse von 300 Franken verurteilt worden. Er hatte im Sommer davor im Stadion Esp in Baden Pyros gezündet. Der Fan wurde wegen der Tat von der Kantonspolizei Aargau mit einem zweijährigen Rayonverbot belegt. Der Schweizerische Fussballverband sprach ausserdem ein ebenso langes gesamtschweizerisches Stadionverbot aus. Zusätzlich wurde der Mann in der Hooligandatenbank Hoogan eingetragen.

Voraussetzungen für Ausreisebeschränkung

Weil es bei Spielen des deutschen Fussballclubs SSV Reutlingen zu Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans gekommen war, bei denen die Reutlinger von den St. Gallern unterstützt wurden, beantragte die Stadtpolizei St. Gallen die entsprechende Ausreisebeschränkung.

Wie aus dem Entscheid des Bundesgerichts nun hervorgeht, sollen Hinweise bestanden haben, dass der St. Galler Fan das Spiel des SSV Reutlingen besuchen wollte. Gesamthaft seien die Voraussetzungen für eine Ausreisebeschränkung erfüllt gewesen, hält das Gericht in Lausanne fest. (sda)