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17-Jähriger Thurgauer führt Nachwuchs-Nationalmannschaft an die EM

Julian von Moos führt am Freitag das Schweizer Team als Captain an der U17 Fussball EM in England. Das bedeutet für den 17-jährigen Salmsacher einen harten Trainingsplan sowie wenig Freizeit für Familie und Freundin.
Maria Keller
GC-Nachwuchsspieler Julian Von Moos kommt aus Salmsach und ist Captain der Schweizer U17 Nationalmannschaft. (Bild: Andrea Stalder)

GC-Nachwuchsspieler Julian Von Moos kommt aus Salmsach und ist Captain der Schweizer U17 Nationalmannschaft. (Bild: Andrea Stalder)

6.50 Uhr: Der Wecker läutet. 8.15 Uhr: Julian von Moos zieht das Trikot mit der Nummer 9 über, sein Fussballtraining beginnt. Von 10.30 Uhr bis 16 Uhr ist Schule angesagt, danach wieder Training bis 19.30 Uhr. Eigentlich wäre nach dem Nachtessen noch ein bisschen Zeit für Ausgang, ein Bier mit Freunden oder eine Verabredung mit der Freundin. Doch der Fussballer ist müde, er sollte noch für die Schule lernen und Familie und Freundin sind in Salmsach – zwei Stunden Zugfahrt entfernt. Bier steht ausserdem nirgends auf dem Ernährungsplan.

Fussballprofi zu werden ist das grosse Ziel

Die Nummer 9 ist ein junger Thurgauer, ein Fussballtalent. Julian von Moos aus Salmsach ist 17 Jahre alt, 1,79 Meter gross, braun gebrannt, die gekrausten Haare sorgfältig gestylt. Sein Auftreten ist selbstbewusst. Die Antworten sicher und überlegt. Seit er sechs Jahre alt ist, spielt von Moos Fussball. Sechs Jahre später war für ihn klar: «Ich will Fussballprofi werden.» Damals besuchte er die Sportschule in Bürglen. Heute spielt von Moos für die U18 des Grasshopper Club Zürcher. Und vom 4. bis zum 20. Mai spielt er als Captain der Schweizer U17 Nationalmannschaft an der EM in England. «Eine riesengrosse Ehre.» Fussball bestimmte schon früh das Leben des Nachwuchstalentes.

Unter der Woche ist von Moos im Sportlerinternat in Zürich und macht bei der United School of Sports ein Sport-KV. Am Donnerstag und am Sonntag ist er jeweils zu Hause in Salmsach – bei seinen Eltern, seinen zwei jüngeren Brüdern und seiner Freundin. Freunde hat er in seinem Heimatort eigentlich keine mehr. Sein Freundeskreis besteht grösstenteils aus Fussballerkollegen aus dem Sportlerinternat. Der zu Beginn geschilderte Tagesablauf zeigt: Viel Platz für ausserberufliche Aktivitäten liegt nicht drin. Beruflich, ja. Denn was von Moos anstrebt ist eine Karriere als Fussballer. Ob er den Alltag eines «normalen» Teenagers vermisst? Nein. «Klar, es gibt Momente, in denen ich in ein Trainingstief falle und einfach nur noch nach Hause gehen will. Aber schlussendlich will ich mein Ziel erreichen und bin dementsprechend gewillt und ehrgeizig.» Den Bettel hinzuwerfen, käme für den 17-Jährigen derzeit nie in Frage.

Kein Interesse an Partys

«Ich habe mich so an diesen Lebensstil gewöhnt, dass ich mir ein Leben abseits des Fussballs nicht mehr vorstellen kann.» So sehe er auf sozialen Netzwerken zwar oft Bilder von Gleichaltrigen an Partys, ihn reize das aber überhaupt nicht. «Klar ist es normal, in meinem Alter in den Ausgang zu gehen und Alkohol zu trinken. Aber bis ich mein Ziel erreicht habe, habe ich nichts damit zu tun und will das auch nicht.» Er gehe durchaus mal mit Kollegen oder seiner Freundin ins Kino, zum Kleider kaufen oder Zusammensitzen am Zürichsee. «Meine Freizeit, die ich selbst gestalten kann, hält sich momentan aber in einem sehr kleinen Rahmen.» Ein Problem scheint von Moos damit nicht zu haben. Im Gegenteil. Er macht alles für seinen Traum. Dieser lautet, einmal beim englischen Fussballverein Manchester United spielen zu können. Sein Vorbild: Wayne Rooney, Rekordtorschütze der englischen Nationalmannschaft.

Gefestigte Persönlichkeit durch Fussball

Wo andere Jugendliche vielleicht ihre Freizeit vermissen würden, betont von Moos die Vorteile seiner Entscheidung. «Ich war als Kind schon schneller und öfters auf mich allein gestellt. Der Fussballsport hat meine Persönlichkeit frühzeitig gebildet.» Gerade aus diesem Grund sei er auch Captain des Teams. «Ich habe eine gefestigte Persönlichkeit und das ist wichtig, wenn man das Team zusammenhalten und unterstützen will. Das Team hört auf mich und vertraut mir.» Auf dem Spielfeld ist er einer der Leader. «Ich nehme meine Funktion als Captain sehr ernst.» Beherrschen könne er sich immer, doch sei er ein anderer Julian als abseits des Fussballfeldes. «Während eines Spiels bin ich aggressiver. Ich bin laut und schreie. Privat bin ich eigentlich eher ein ruhiger Typ, aber immer aufgestellt und fröhlich.»

Diesen Freitag steht von Moos für das erste Spiel der EM gegen Italien auf dem Spielfeld in der englischen Stadt Burton-upon-Trent. Mit dabei: Seine Eltern, seine zwei kleineren Brüder und sein Götti. «Meine Familie hat mich von Beginn an unterstützt und steht auch heute noch hinter mir.»

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