FÜR FRÜHFRANZÖSISCH: Monika Knill: «Die Hoffnung stirbt zuletzt»

Regierungsrätin Monika Knill, Vorsteherin des Departements für Erziehung und Kultur, setzt sich für das Frühfranzösisch ein. Sie hat der vorberatenden Kommission mehrere Vorschläge unterbreitet, mit denen der Regierungsrat den Französischunterricht verbessern will.

Larissa Flammer
Merken
Drucken
Teilen
Erziehungsdirektorin Monika Knill. (Bild: Reto Martin)

Erziehungsdirektorin Monika Knill. (Bild: Reto Martin)

Monika Knill, was ging in Ihnen vor, als die Kantonsräte auf die Gesetzesänderung zur Abschaffung des Frühfranzösisch eintraten?
Monika Knill:
Ich war natürlich enttäuscht, dass es uns nicht gelungen ist, eine Mehrheit des Grossen Rats mit den konkreten Verbesserungsmassnahmen zu überzeugen. Wir können die wesentlichen gestellten Forderungen erfüllen. Auch wenn es jetzt fünf vor zwölf ist und die Massnahmen spät kommen bin ich doch enttäuscht, dass wir die Chance nicht bekommen.

Wie optimistisch waren Sie vor der Sitzung?
Knill:
Ich habe vermutet, dass es sehr knapp wird.

Man hört, Sie hätten bis zur letzten Minute gekämpft. Was genau haben Sie im Vorfeld noch unternommen?
Knill
: In den letzten Tagen und Wochen hat es sicher noch einmal einen gewissen Effort gegeben. Wir haben Überzeugungsarbeit geleistet, dass wir gewillt sind, Taten folgen zu lassen. Die Massnahmen zur Verbesserung der Situation sind nicht einfach Lippenbekenntnisse. Ich glaube, wir sind von jenen Gegnern des Frühfranzösisch, die sich wirklich auf inhaltliche Bereiche fokussiert haben, unter Umständen gar nicht so weit weg.

Noch ist das Frühfranzösisch nicht definitiv vom Tisch. Wie optimistisch sind Sie noch?
Knill:
Es würde eigentlich an wenigen Kantonsräten liegen, die sich zwischen erster und zweiter Lesung überlegen, ob es wirklich die Lösung ist, jetzt hier den Stecker zu ziehen, oder ob man nicht doch den Versuch noch machen will, Verbesserungen herbeizuführen. Ich hoffe natürlich darauf, dass es zu solchen Diskussionen kommt. Die Befürworter werden sicher schauen, was sie auf die zweite Lesung noch erreichen können. Es wird bestimmt noch einmal ein Antrag kommen. Daher stirbt die Hoffnung zuletzt. Wenn es dann doch bei dem Resultat bleibt, ist es ja sehr wahrscheinlich, dass das Referendum ergriffen wird.


Werden Sie selber auch noch einmal aktiv?
Knill:
Ich werde mir die Chance nicht nehmen lassen, noch einzelne Gespräche zu führen und offene Fragen zu beantworten.

Die Debatte wurde intensiv und emotional geführt, gleich im Anschluss mussten Sie einen mehrstündigen Medienmarathon bewältigen. Was haben Sie jetzt vor?
Knill:
Ich trinke einen Appenzeller. Den habe ich extra eingepackt, entweder um zu feiern oder gegen den Frust. (lsf)

Lesen Sie hier den redaktionellen Kommentar zur heutigen Debatte im Grossen Rat des Kantons Thurgau.