Für einmal viel zu breit

Murgspritzer

Samuel Koch
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Ein neuralgischer Punkt in Frauenfeld. 2 Meter und 70 Zentimeter hoch, nackter Beton überzogen mit Schienen der SBB. Darunter viel Luft, zwei Trottoirs und eine Strasse. Davor stehen beidseits gelb-schwarze Warntafeln, sicherheitshalber zusätzliche Verkehrssignale und verkehrstechnische Hinweise. Oftmals vergebens.

Die Unterführung Rheinstrasse zwischen Schlossberg und Roseneck hat unzählige Einheimische, aber auch schon ländliche Besucher betroffen – ob als gaffende Zuschauer oder bemitleidende Opfer. Glasscheiben, Bretter, ja gar ein ganzer Whirlpool ist der Unterführung schon zum Opfer gefallen. Der Beweis sind die Farben, wie ein Regenbogen, die an der Decke der Unterführung für jeden Unfall eine Kerbe hinterlassen.

Vor kurzem ist für einmal nicht die Decke der Unterführung Opfer geworden, sondern eine Verkehrstafel südlich davon. Ob vorsätzlich oder aus Versehen, bleibt ein Geheimnis. Ebenso, wer für den Schaden verantwortlich ist. Ein Stadtbus, ein Lieferwagen oder doch ein Fasnächtler? – Auf jeden Fall war er für einmal nicht zu hoch, sondern viel zu breit.

Stadtpräsident Anders Stokholm als Treichler kommt für den Schaden definitiv nicht in Frage, denn der Fasnachtsumzug führte ja nicht die Rheinstrasse hinab. Zum Glück für die Unterführung, aber vielmehr zum Glück für den Kopf des hünenhaften Stadtpräsidenten.

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

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