Für diese sechs hat es knapp nicht gereicht

FRAUENFELD. Sie strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Auch wenn sie nur den vierten Platz und damit die Wahl in den Nationalrat knapp nicht geschafft hat. «Es war ein guter Wahlkampf. Ich habe das Möglichste herausgeholt», sagte Diana Gutjahr. Keine Spur von Enttäuschung bei der SVP-Politikerin.

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FRAUENFELD. Sie strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Auch wenn sie nur den vierten Platz und damit die Wahl in den Nationalrat knapp nicht geschafft hat. «Es war ein guter Wahlkampf. Ich habe das Möglichste herausgeholt», sagte Diana Gutjahr. Keine Spur von Enttäuschung bei der SVP-Politikerin. Kein Wunder: Zum einen hat sie nur 1357 Stimmen weniger als der gewählte Nationalrat Markus Hausammann erreicht. Zum anderen bestehen für Gutjahr Chancen, dass sie nachrücken wird. Denn es wird erwartet, dass der gestern wiedergewählte Hansjörg Walter während der Legislatur zurücktreten wird. Wie Diana Gutjahr hatten fünf weitere Kandidaten eine realistische Chance, in den Nationalrat gewählt zu werden. Doch auch bei ihnen hat es nicht geklappt. So beispielsweise bei Josef Gemperle. Er hat wie Gutjahr einen intensiven Wahlkampf betrieben, doch er blieb weit hinter dem CVP-Spitzenkandidaten Christian Lohr zurück. Für Gemperle kein Problem. «Ich bin sehr zufrieden und habe mein Wahlziel mit dem zweiten Platz erreicht», sagte er. Es sei nie realistisch gewesen, dass er den CVP-Sitz bekomme oder dass die CVP einen zweiten Sitz gewinne. Mehr Enttäuschung ist bei seinem Parteikollegen Ruedi Heim spürbar. «Ich bin überrascht über den grossen Stimmenabstand zu Josef Gemperle», sagte er. Es habe sich gezeigt, dass er im Thurgau nicht besonders bekannt sei. Nur in Aadorf, wo er herkomme, habe er ein sehr gutes Ergebnis erzielt. «Offenbar sind das Unternehmertum und die Politik zwei verschiedene Felder.» Deshalb sei er froh, dass die Wirtschaft nun immerhin durch Hermann Hess im Nationalrat vertreten sei.

In seiner Wohngemeinde Frauenfeld erreichte der 64jährige Kaspar Schläpfer doppelt so viele Stimmen wie der gewählte Hermann Hess. Am Ende reichte es dem FDP-Regierungsrat nur zum zweiten Ersatzplatz. Er freue sich über den Sitzgewinn seiner Partei, betonte Schläpfer, und dass mit Hess «mein alter Schulkollege von der Kantonsschule gewählt worden ist». Er habe sich nie als Favorit gefühlt: «Die Medien haben mich so bezeichnet.» Eine Nichtwahl sei immer auch eine gewisse Enttäuschung, räumte Schläpfer ein. Er hätte gern seine Erfahrungen und Kenntnisse, die er als Regierungsrat erworben habe, in die Bundespolitik eingebracht. «Grundsätzlich sehr zufrieden» mit dem Sitzgewinn der FDP zeigte sich der 49jährige Wallenwiler Hansjörg Brunner, erster Ersatz auf der FDP-Liste. Er persönlich sei nicht enttäuscht. Er habe zum ersten Mal an einer nationalen Wahl teilgenommen; dafür habe er ein gutes Resultat erzielt. Schade sei, dass sich der Einsatz des Gewerbeverbands nicht gelohnt habe. Brunner selber und SVP-Kandidatin Diana Gutjahr hatten den Wahlkampf explizit als Vertreter des Gewerbeverbands bestritten. Der dritte Ersatz der FDP-Liste, Christian Neuweiler aus Zuben, erklärt sich «glücklich, dass der Nationalrat 16 Prozent unternehmerischer geworden ist». Mit Hermann Hess habe die FDP und die Wirtschaft den Sitz zurückgewonnen. Seine Wahl sei auch ein Dank der Thurgauer Bevölkerung dafür, dass er sich für die Bodenseeschifffahrt eingesetzt habe und diese weiterhin unter Schweizer Flagge fahre. (mvl/wu)