Für die Zukunft gewappnet

Um in Sachen Gemeindehaus voranzukommen, bildete sich in Braunau eine ehrenamtliche Kommission. Nach vier Sitzungen steht fest: Ein Gemeindehaus-Neubau ist nicht vom Tisch.

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Kommissionspräsident Hans-Peter Halter bespricht mit Gemeindeammann David Zimmermann das weitere Vorgehen. (Bild: bel.)

Kommissionspräsident Hans-Peter Halter bespricht mit Gemeindeammann David Zimmermann das weitere Vorgehen. (Bild: bel.)

Braunau. Zur Zukunft des Gemeindehauses gab es in Braunau bereits hitzige Diskussionen. An den Gemeindeversammlungen war das Thema seit längerem fester Bestandteil. Doch die Einwohner und der Gemeinderat konnten sich bisher auf keine Lösung einigen. «Wir haben gemerkt, dass wir so nicht weiterkommen», sagt Hans-Peter Halter und begründet damit die Gründung der Kommission «Zukunft Braunau». Freiwillige aus der Bevölkerung meldeten sich an einer Informationsveranstaltung zum Gemeindehaus im März dem Aufruf zur Mitarbeit. Die Kommission gewährt nun nach vier Sitzungen einen Einblick in ihre Arbeit.

Alle Varianten überprüfen

«Ziel der Kommission ist es, der Bevölkerung eine mehrheitsfähige Lösung zu präsentieren», erklärt Kommissionspräsident Halter. Ihm war es jedoch wichtig, zuerst «eine saubere Grundlage zu erarbeiten». So war ein erster Schritt der Kommissionsmitglieder, die jüngere Geschichte rund um das Gemeindehaus aufzuarbeiten. Mit Hilfe von Protokollen, Artikeln und Flyern wurde das bisherige Geschehen genau dokumentiert. Mit dem Ordner vor sich, erzählt Halter von abgelehnten Varianten, Verzögerungen und Diskussionen.

Nach dem geschichtlichen Rückblick machte die Kommission mit ihrer Analyse-Arbeit gleich weiter. In einem Muss-Kann-Katalog wurden die minimalen und maximalen Platz-Anforderungen für die drei anstehenden Projekte erarbeitet. So wurde die Liste neben dem Gemeindehaus auch für das Feuerwehrdepot und den Entsorgungsplatz erstellt. «Mit dem Muss-Kann-Katalog können wir die verschiedenen Lösungsvarianten miteinander vergleichen und herausfinden, welche den Anforderungen am besten entspricht», erklärt Halter. Deshalb werden nicht nur neue, sondern auch bereits abgelehnte Varianten überprüft. Dabei werden neue Lösungsvorschläge nicht nur kommissionsintern gesucht, auch Ideen von ausserhalb sind erwünscht. Diese werden dann, wie alle anderen, in der nächsten Kommissionssitzung nach den Sommerferien behandelt. Zusätzlich werden auch die Themen Richt- und Zonenplan sowie Strategie und Vision der Gemeinde Braunau bearbeitet. Damit wollen sich die Mitglieder ein Bild machen, wie die Gemeinde in 10 bis 20 Jahren aussieht. «Je präziser das Bild ist, desto besser können wir eine Variante wählen, die diesem gerecht wird», sagt Halter.

Die erarbeiteten Fakten sind dann Bestandteil des Gesamtkontextes, mit dem der Bevölkerung die künftigen Verhältnisse aufgezeigt werden sollen. Ein erstes Ergebnis des Präsidenten: «Es ist gerechtfertigt, ein grösseres Gemeindehaus zu bauen.» Denn laut einer Statistik vom Bund ist das Bevölkerungswachstum im Thurgau besonders gross. Somit werden es in 20 Jahren weit mehr als die im Braunauer Richtplan vorgesehenen 850 Einwohner sein. Für die Kommission ein entscheidender Unterschied. «Die Anforderungen an eine Gemeindeverwaltung sind nicht gleich bei 700 oder 1100 Einwohnern», erklärt Halter.

Gemeinderat schränkt nicht ein

Dass an den Sitzungen neben den zwölf Mitgliedern auch Gemeindeammann David Zimmermann und ein Gemeinderat teilnehmen, stört Halter nicht. «Wir wollen nicht gegen den Gemeinderat handeln. Es ist eine konstruktive Zusammenarbeit.» Die Vertreter der Gemeinde geben die Hintergrundinformationen und zeigen auf, was im Dorf möglich ist. «Der Gemeinderat schränkt uns nicht ein, wir können unabhängig operieren», stellt der Kommissionspräsident klar. Geplant ist, der Bevölkerung an der Gemeindeversammlung vom Februar eine oder mehrere Vorschläge zu präsentieren und zur Abstimmung vorzulegen. (bel.)

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