Für die Kinder inakzeptabel

An der gestrigen Schulgemeindeversammlung in Hörstetten drückten die Stimmberechtigten ihre Unzufriedenheit gegenüber der geplanten Schulfusion aus.

Gjon David
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HÖRSTETTEN. «Mit dem Velo soll ein Viertklässler eine 5 Kilometer lange Strecke zur Schule fahren?» «Das geht doch nicht.» «Dann noch über Winter und Herbst eine solche Strecke zurücklegen, wie soll das gehen», empörten sich einige Stimmberechtigte an der gestrigen Schulgemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Hörstetten.

Kritik wurde beim sechsten Traktandum – Zukunft der Schulen – laut, nachdem Peter Fröhlich, Schulpräsident Homburg-Hörstetten, darauf hinwies, dass ältere Schüler vermehrt mit dem Velo zur Schule fahren könnten, wenn der geplante Radweg von Homburg über Hörhausen nach Hörstetten realisiert werde.

Kritik von den Anwesenden

Fröhlich wies darauf hin, dass es schwierig sei, im voraus zu entscheiden, was zumutbar sei und was nicht. «Offiziell heisst es, ein Schulweg von einer halben Stunde ist für alle machbar.» Demnach könne auch ein Kindergärtler einen 30 Minuten langen Weg zur Schule laufen. «Wir sind uns aber alle einig hier, dass wir das nicht zulassen können», sagte Fröhlich. Auch für einen Viertklässler aus Hinterhomburg sei das nicht zumutbar. «Wir werden sicher darauf achten, dass es Distanzen sind, welche realistisch sind für die Kinder», sagte Fröhlich. Im schlimmsten Fall könne man auch das Postauto gebrauchen.

Ein weiterer Stimmberechtigter kritisierte: Als Stimmbürger habe man kaum Informationen zur Schulfusion bekommen, «man hat das Gefühl, die Entscheidungen werden hinter verschlossenen Türen getroffen». Fröhlich konterte darauf: «Wir haben mehrere Schriften und Orientierungen unter den Stimmberechtigten verteilt und sind sehr wohl auf die Fragen der Bürger eingegangen und haben probiert, Antworten zu geben.»

«Dass ein Kindergärtler bis zur zweiten Klasse dreimal den Standort wechseln muss und dazu noch etwa viermal den Lehrer, ist nicht zu akzeptieren», sagte ein Anwesender. Fröhlich antwortete darauf: Ihnen ist es bewusst, dass es keine glückliche Lösung sei. «Wir sind im Moment in einer Übergangsphase und haben probiert, das Beste zu machen.» Einerseits müssten sie sparen und andrerseits die beste Lösung für die Schüler ausarbeiten – «keine leichte Aufgabe für uns».

Allen Traktanden zugestimmt

Die Versammlung in der Mehrzweckhalle ging ausser dem sechsten Traktandum zügig über die Bühne. Die Stimmberechtigten winkten alle Traktanden fast einstimmig durch. Als die Primarschulbehörde den Antrag stellte, das Budget mit einem Rückschlag von 129 960 Franken anzunehmen, stimmten sieben Stimmberechtigte dagegen. 25 stimmten zu, und der Antrag war mit schwacher Mehrheit angenommen. Einstimmig genehmigt wurde die Rechnung, die knapp 60 000 Franken besser als budgetiert abschloss. Peter Fröhlich freute sich, einen so guten Rechnungsabschluss den Anwesenden präsentieren zu können. «Wir hatten nicht damit gerechnet», sagte er.

Probleme mit der Heizung

Nach dem Versand der Abstimmungsbotschaft sei ein Problem mit Heizung in der Mehrzweckhalle aufgetreten, sagte Fröhlich. «Wir müssen an einer nächsten Schulgemeindeversammlung einen Nachtragskredit einholen», informierte Fröhlich.