Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Für Atomausstieg – aber wann?

ROMANSHORN. An der Podiumsdiskussion bei der «Thurgauer Allianz Nein zu neuen AKW» sprechen sich auch Vertreter von Regierung und Wirtschaft des Kantons für die Abkehr von der Atomenergie aus. Umstritten bleibt, bis wann das möglich wäre.
Fritz Bichsel
Podiumsteilnehmer: Thomas Böhni, Edith Graf-Litscher, Gesprächsleiter Jost Rüegg, Christian Neuweiler, Brigitte Häberli, Kaspar Schläpfer. (Bild: Fritz Bichsel)

Podiumsteilnehmer: Thomas Böhni, Edith Graf-Litscher, Gesprächsleiter Jost Rüegg, Christian Neuweiler, Brigitte Häberli, Kaspar Schläpfer. (Bild: Fritz Bichsel)

Die eidgenössischen Räte beraten Massnahmen zur Energiewende nach der Katastrophe in Atomkraftwerken von Fukushima. Zusätzliche Aktualität bekommt am Samstag die Podiumsdiskussion in der SBW Romanshorn durch einen Vorschlag der Kantonsregierung: Sie hat am 3. Juni den Entwurf für ein neues Thurgauer Energienutzungsgesetz mit einer Abgabe auf Strom in die Vernehmlassung gegeben. Gegen 40 Personen wollen hören, was Thurgauer Vertreter zu diesen und weiteren Schritten zum Ausstieg aus der Atomenergie sagen.

Für und gegen Abschalttermin

Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP) erläutert Beschlüsse der grossen Parlamentskammer und äussert eine Befürchtung, dass der Atomausstieg vertagt und damit ungewiss werde. Sie fordert einen klaren Termin: «Spätestens in 50 Jahren in der Schweiz keine Atomkraftwerke mehr in Betrieb.»

Ständerätin Brigitte Häberli (CVP) hingegen will keinen fixen Termin, bis geklärt sei, «wie der Atomausstieg wirtschaftsverträglich möglich ist». Kaspar Schläpfer sagt als FDP-Nationalratskandidat, AKW werde es irgendwann nicht mehr geben, vor dem Abschalten müsse aber eine ebenso sichere Stromversorgung mit erneuerbarer Energie aufgebaut werden.

Als kantonaler Volkswirtschaftsdirektor bezeichnet Schläpfer die Reduktion von CO2 als grösseres Problem. Darauf seien die bisherigen Massnahmen des Kantons gerichtet. Für den Atomausstieg solle nun die Stromabgabe hinzukommen.

Subventionen oder Markt

Gegen sie wendet sich die Industrie- und Handelskammer Thurgau. Ihr Präsident Christian Neuweiler sagt, in der Wirtschaft sei man sich einig, dass eine Energiewende ohne Subventionen erreicht werden müsse. Nationalrat Thomas Böhni (GLP) und Besucher wenden ein, auch die Atomenergie werde subventioniert, besonders bei der teuren Entsorgung von nuklearem Abfall. Böhni fordert, dass AKW-Betreiber den noch anfallenden Abfall selber finanzieren müssen und bürokratische Hindernisse für erneuerbare Energie abgebaut werden.

Die «Allianz Nein zu neuen AKW» entstand 2010, als Benken ZH nahe dem Thurgau möglicher Standort für ein Atomabfall-Endlager wurde. Thomas Böhni wertet es als undenkbar, Abfälle für 100 000 Jahre sicher zu lagern. Er plädiert für Forschung zur oberirdischen Behandlung dieser problematischen Stoffe.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.