Fünf Pfarrer an einem Sonntag

HÜTTWILEN. Die reformierte Kirchgemeinde Hüttwilen-Herdern feiert das 50-Jahr-Jubiläum ihrer Kirche. Den Gottesdienst gestalten eine Pfarrerin und vier Pfarrer.

Cornelia Roth-Herzog
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Ein Apéro rundet das Kirchenjubiläum ab. (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

Ein Apéro rundet das Kirchenjubiläum ab. (Bild: Cornelia Roth-Herzog)

Viel Musik und Gesang prägte den Jubiläumsgottesdienst am vergangenen Sonntag in Hüttwilen: Orgel und Trompeten, Lieder der Sonntags- und der Religionsschüler und das Festlied des ökumenischen Kirchenchors Hüttwilen-Herdern «Heut' ist ein Tag, der uns bewegt». Besinnlich wurde zurückgeschaut auf die letzten 50 Jahre der reformierten Kirche.

Pfarrer Richard Ladner konnte mit Ausnahme von Pfarrer Gerhard Willi Schippert alle seine Vorgänger und seine Vorgängerin in der reformierten Kirchgemeinde Hüttwilen-Herdern seit dem Kirchenbau begrüssen.

Mit Hut zum Gottesdienst

Pfarrer Dilgion Merz, der von Richard Ladner als «der letzte Mohikaner der Baukommission» vorgestellt worden war, erkannte in der grossen Festgemeinde freudig viele Zeugen der Zeit, als er als junger Pfarrer zuerst in der alten paritätischen Kirche Hüttwilen und ab dem Bettag 1963 in der jetzigen Kirche gewirkt hatte. Er erinnerte sich, dass damals die Männer noch mit Hut zur Kirche gekommen waren, und löste damit für die junge Generation das Rätsel um die halbkreisförmigen Ausschnitte an den Lehnen der Kirchenbänke; diese dienten als Huthalter.

Handeln statt jammern

Während Pfarrer Andreas Manig über die mannigfaltige Welt sprach, zeichnete sein Vorgänger in Hüttwilen, Pfarrer Willi Nafzger, in seiner Predigt zuerst ein düsteres Bild des grauen Alltags, um diesen dann mit Beispielen aus seiner Tätigkeit als Gefängnisseelsorger, Organisationsentwickler und Psychotherapeut zu widerlegen. Er sprach sich dafür aus, genau hinzuschauen, die Perspektive zu wechseln und vor allem nicht zu jammern, sondern zu handeln. Pfarrerin Therese Schmid-Stähelin setzte mit Fürbittegebet und Lobgesang den Schlusspunkt unter den Festgottesdienst.