Fünf Kompetenzzentren für Integration

Der Kanton Thurgau setzt bei der Integration von Migrantinnen und Migranten auf niederschwellige Beratung. Bis Ende 2017 soll jeder Bezirk ein eigenes Kompetenzzentren Integration erhalten. Ausgebaut werden sollen auch die Deutsch-Integrationskurse.

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Deutschlektion im Kompetenzzentrum für Integration (KOI) in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Deutschlektion im Kompetenzzentrum für Integration (KOI) in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Das Integrationsprogramm des Kantons Thurgau (KIP) 2014-2017 umfasst Projekte, die auf bisher bewährten Strukturen wie den Schulen, der Berufsbildung und der Arbeitswelt aufbauen. Nach bald einem Jahr der Umsetzung zogen die Verantwortlichen am Montag an einer Medienkonferenz in Frauenfeld eine positive Bilanz.

Angebot für jede Region
Wichtiger Bestandteil sind die Kompetenzzentren Integration. Dort erhalten Migrantinnen und Migranten Beratung zur Alltagsbewältigung, zum Deutsch lernen sowie zur beruflichen und sozialen Integration. Mit den bestehenden Kompetenzzentren in Frauenfeld und Kreuzlingen wurden neue Leistungsverträge abgeschlossen.

Ebenso mit der Gemeinde Sirnach, die im Sommer 2014 ein neues Kompetenzzentrum eröffnet hat, wie weiter informiert wurde. Für 2015 ist ein weiteres Zentrum im der Gemeinde Weinfelden geplant.
Im Kompetenzzentrum Frauenfeld werden auch Deutschkurse für Migrantinnen und Migranten angeboten. Die Deutsch-Integrationskurse sollen im Rahmen des KIP 2014-2017 ausgebaut werden, damit jede Region über ein qualitativ gutes Angebot verfügt.

Kosten sparen
Im Thurgau lebten und arbeiteten Menschen aus verschiedenen Kulturen friedlich zusammen, sagte Regierungspräsident Claudius Graf-Schelling. Auch die Wirtschaft sei auf gut integrierte ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Deshalb investierten der Kanton und seine Gemeinden seit 2014 jährlich rund eine Mio. Franken in das kantonale Integrationsprogramm (KIP).

Eine erfolgreiche Integration helfe, Kosten zu sparen, etwa in der Sozialhilfe, sagte Schelling. Mit dem KIP würden auch die Voraussetzungen erfüllt, um den vom Bund maximal in Aussicht gestellten Beitrag von jährlich einer Mio. Franken an die spezifische Integrationsförderung zu erhalten.

Integration sei ein Dauerauftrag für alle, sagte Camillus Guhl, Leiter des kantonalen Migrationsamtes. Seit Januar 2014 seien im Durchschnitt monatlich 210 ausländische Personen in den Thurgau zugezogen. «Längerfristig und rechtmässig anwesende Migrantinnen und Migranten müssen am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben im Thurgau teilhaben können, sonst fällt unsere Gesellschaft auseinander», sagte Guhl. (sda)

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