Fünf Frauenleben im Thurgau

Anhand von Frauenbiographien diskutierten Mitglieder der Frauenzentrale in Amriswil, was sich in den letzten Jahrzehnten im Thurgau verändert hat.

Katrin Zürcher
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Frauen-Trommelgruppe Goraiko. (Bild: Katrin Zürcher)

Frauen-Trommelgruppe Goraiko. (Bild: Katrin Zürcher)

AMRISWIL. Im Zentrum der Veranstaltung «Frauen herausgefordert – eine Auslegeordnung im Kanton Thurgau», zu der die Frauenzentrale Thurgau ins Kulturforum Amriswil einlud, standen die Biographien von fünf Thurgauerinnen. Das Projektteam hatte fünf Frauen vor der Veranstaltung interviewt. Sie erzählten dem Publikum von den Sorgen und Freuden der alleinerziehenden Mutter, der kinderlosen Frau mit eigenem Geschäft, der teilzeitlich arbeitenden Hausfrau und Mutter, von den Sehnsüchten der kranken Migrantin und vom Weg der Bäuerin, die nach der Familienphase die Zweitwegmatura machte und studierte.

Die Rolle des Partners

In der Diskussion gab die Rolle des Partners zu reden. Eine Frau sagte, es spiele für die Arbeitsbelastung berufstätiger Mütter kaum eine Rolle, ob ein Partner da sei oder nicht. Die Soziologin Annelies Debrunner bestätigte, dass zwar fast zwei Drittel aller Thurgauer Mütter teilzeitlich erwerbstätig sind, jedoch nur acht Prozent der Väter. «Da haben Männer noch Entwicklungspotenzial.» Auch sei Armut häufig an mangelnde Bildung gekoppelt. Applaus erntete das Votum einer Frau, welche sagte, die Lebensrealitäten hätten sich in den vergangenen 30 Jahren massiv verändert. «Meine Eltern konnten nur sechs respektive neun Schuljahre besuchen, und trotzdem ermöglichten sie uns fünf Kindern eine tertiäre Ausbildung. Sie waren stolz darauf.»

Das aufgehende Licht begeistert

Auf grosse Resonanz stiessen auch die Einlagen der vierköpfigen Frauen-Trommelgruppe Goraiko unter der Leitung von Sibylle Raths. Barfuss, in schwarzen Gewändern mit orangefarbenem Gürtel und japanischem Schriftzeichen «Goraiko» auf der Brust, waren ihre Darbietungen akustisch wie optisch ein Genuss. Die vier Frauen bewegten sich tänzerisch in abgestimmten Choreographien, schwangen ihre Holzstäbe, trommelten mal kraftvoll treibend, mal sanft, unterstützten die Darbietung auch mit ihren Stimmen. Goraiko ist japanisch und bedeutet «aufgehendes Licht», was sehr gut zur Frauenzentrale Thurgau passe, wie Präsidentin Christine Steiger sagte.