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FRÜHFRANZÖSISCH: Die Mehrheit bröckelt

Morgen Mittwoch kommt es im Rathaus Frauenfeld zum erneuten Showdown in Sachen Frühfranzösisch. Anhänger des Status quo lassen nichts unversucht, die Mehrheit zu kippen. Wie schon vor der ersten Lesung, ist aber derzeit nur eines gewiss: Es wird knapp.
Sebastian Keller

«Französisch wird als zweite Fremdsprache erst auf der Sekundarstufe I unterrichtet»: Diesen Satz wollte eine Grossratsmehrheit am 3. Mai im Gesetz verankern. Bei der Eintretensabstimmung zählten die Lager der Frühfranzösischgegner 68 Kantonsräte, die Anhänger 53. Ein Streichungsantrag fiel durch, ebenso ein Rückweisungsantrag.

Die Mehrheit ist fragil– gerade weil viel passiert ist. Erstens hat Erziehungsdirektorin Monika Knill Massnahmen ausformuliert, mit denen der Französischunterricht verbessert werden soll – etwa mit mehr Halbklassenunterricht und einfacheren Dispensationsmöglichkeiten. Zweitens hat das Zürcher Stimmvolk zwei Fremdsprachen auf der Primarschule bestätigt. Drittens hat sich bei einer Umfrage von Bildung Thurgau erstmals eine Mehrheit der Lehrer für den Status quo ausgesprochen. Bei der Grünen-Fraktion, die in der ersten Lesung mehrheitlich gegen das Frühfranzösisch gestimmt hatte, könnte die Summe dieser Ereignisse etwas bewirkt haben. Das lässt Fraktionschef Joe Brägger (Amriswil) durchblicken. «Ich gehe davon aus, dass unsere Fraktion nicht mehr so einheitlich stimmen wird.» Die CVP/EVP-Fraktion war in der ersten Lesung gespalten, die Frühfranzösischgegner waren in der Mehrheit. Fraktionschef Ueli Müller (CVP, Weinfelden) sagt nun: «Wenn sich jemand bewegt, eher Richtung Beibehaltung.» Eine Mehrheit der GLP/BDP-Fraktion war am 3. Mai für den Status-quo – und ist es gemäss Fraktionschef Ueli Fisch (GLP, Ottoberg) noch immer. Bei der FDP sind die Meinungen gemacht: «Ich gehe davon aus, dass wir geschlossen für Beibehaltung stimmen werden und einen Streichungsantrag unterstützen», sagt Fraktionschef Carlo Parolari (Frauenfeld). Einen solchen Antrag stellt voraussichtlich Walter Hugentobler (SP, Matzingen) erneut. Das bestätigt SP-Fraktionschefin Sonja Wiesmann (Wigoltingen). Ihre Fraktion steht nach wie vor hinter dem heutigen ­Modell. Die SVP, die stärkste Fraktion, war am 3. Mai grossmehrheitlich für die Abschaffung. «Ich gehe davon aus, dass der Grossteil der Fraktion bei seiner Haltung bleibt», sagt Fraktionschef Stephan Tobler (SVP, Neukirch). Auch die EDU bleibt gemäss Fraktionspräsident Daniel Frischknecht (Romanshorn) auf ihrer Linie. Die vorgeschlagenen Massnahmen der Erziehungsdirektorin bezeichnet er als «Hauruck-Aktion», die nicht zu Ende gedacht seien.

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

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