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FRÜHFRANZÖSISCH: Das Volksschulamt hat seine Hausaufgaben gemacht

Ab dem nächsten Schuljahr können überforderte Schüler für den Fremdspracheunterricht einfacher dispensiert werden. Der Kanton setzt Forderungen aus der politischen Debatte um.
Einmanndemonstration für die Erhaltung des Frühfranzösisch. (Bild: Archiv)

Einmanndemonstration für die Erhaltung des Frühfranzösisch. (Bild: Archiv)

Der Thurgauer Grosse Rat machte vor der Ziellinie die Kehrtwende. Vergangenen Sommer entschied die Mehrheit der Kantonsparlamentarier nach zahlreichen vorgängigen Diskussionen und unter grosser medialer Aufmerksamkeit, Frühfranzösisch doch nicht abzuschaffen. Mit 62 zu 60 Stimmen fand ein Streichungsantrag eines vorbereiteten Paragrafen im Thurgauer Volksschulgesetz eine knappe Mehrheit.

Dispensationen werden einfacher

Der Regierungsrat versprach den Kantonsräten zuvor, beim Erhalt von Frühfranzösisch die Rahmenbedingungen dafür zu optimieren. Diese Ankündigungen hat nun das Amt für Volksschule umgesetzt. Gestern verschickte der Kanton eine Mitteilung mit den neuen Bedingungen ab dem Schuljahr 2018/2019, das im Sommer beginnt. Die Massnahmen sollen den Französischunterricht verbessern: Die Dispensation für Fremdsprachen werden künftiger einfacher möglich. «Neu kann die Schulleitung in Absprache mit Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten ohne Beizug der Schulaufsicht über Dispensationen entscheiden.» Ausserdem wird die Praxis des Französischunterrichts in Halbklassen während mindestens einer Lektion pro Woche für alle Schulen im Kanton eingeführt werden. An den Mehrkosten dafür beteiligt sich der Kanton hälftig mit 0,7 Millionen Franken, sagt Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule des Kantons Thurgau.

Die Dispensierten dürften Probleme bekommen

Für den Wechsel in die Oberstufe verlieren die Fremdsprachen komplett an Bedeutung. «Die Leistungen in Frühfranzösisch und Frühenglisch fliessen in Zukunft im ganzen Kanton nicht mehr in den Entscheid über den Übertritt in die Sekundarschule ein», schreibt der Kanton. Schliesslich wird mit «dis donc!» auch noch ein neues Lehrmittel aus dem Lehrmittelverlag Zürich eingeführt, das die Thurgauer Schüler während ihrer ganzen Volksschulzeit begleitet. Dieses überzeuge durch digitales Übungsmaterial und der Möglichkeit, den Unterricht differenziert zu gestalten. «Daneben laufen Bestrebungen zur Stärkung der Austauschförderung und der Weiterbildung der Lehrpersonen.» Die Massnahmen seien im Dialog mit den verschiedenen Bildungsverbänden entstanden, betont Brüllmann.

Der Grund für eine Dispensation werde der Leidensdruck beim Kind sein, wenn es mit dem Lernen einer Fremdsprache so überfordert ist, dass sich dies auf die Leistung in anderen Fächern auswirkt, erklärt Brüllmann. Etwa bei fremdsprachigen Kindern, die schon sehr viel Deutsch büffeln müssen, um überhaupt dem Unterricht folgen zu können, kann das vorkommen. Über eine Dispensation vom Fremdsprachenunterricht werde aber sorgfältig entschieden. Ziel der Lehrpersonen sei grundsätzlich, allen Kindern den Unterricht zu ermöglichen. Denn in der 1. Sekundarstufe bleibt etwa Französisch für alle Schüler obligatorisch. Das dürfte eine Herausforderung für die bis dahin dispensierten Schüler und ihre Lehrer werden. «Kreative Ideen sind da», sagt Brüllmann. Eine einheitliche Lösung dafür gibt es aber noch nicht. Wie oft es zu Dispensationen kommen werde, müsse sich erst noch zeigen. «Wir haben keine Richtwerte definiert», sagt Brüllmann.

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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