Frist für Steuererklärung verkürzt

Dieses Jahr müssen die Thurgauerinnen und Thurgauer ihre Steuererklärung bis Ende April ausgefüllt haben. Bisher dauerte die Frist bis Ende Mai. Die Steuerämter können noch nicht abschätzen, wie gut die neue Regel eingehalten wird.

Christof Widmer
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Das sieht man erst, wenn man die Steuererklärung aus dem Couvert nimmt: Die Frist zur Einreichung ist auf Ende April vorverlegt worden. (Bild: Reto Martin)

Das sieht man erst, wenn man die Steuererklärung aus dem Couvert nimmt: Die Frist zur Einreichung ist auf Ende April vorverlegt worden. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Wer das Couvert mit seiner Steuererklärung noch nicht geöffnet hat, sollte dies schleunigst tun. Auf dem Formular steht nämlich oben links, dass die Eingabefrist am 30. April ausläuft. Die Thurgauerinnen und Thurgauer sind sich aber den 31. Mai als Schlusstag für die Steuererklärung gewohnt. Erst letztes Jahr hat der Kanton beschlossen, die Steuererklärung ab 2015 schon einen Monat früher zu verlangen.

Ob der neue Termin bei allen Steuerpflichtigen angekommen ist, lässt sich im Moment noch nicht sagen. «Erfahrungsgemäss kommen die Steuererklärungen erst gegen Schluss der Frist», sagt Sergio Midea, Leiter des Steueramts in Weinfelden. Seit der letzten Woche kämen tatsächlich viele Dossiers herein. Nach Einschätzung Mideas dürfte es aber Steuerpflichtige geben, die sich der kürzeren Frist nicht bewusst sind.

«Noch etliche ausstehend»

«Ich habe das Gefühl, dass noch etliche Steuererklärungen ausstehend sind», sagt Daniel Rechsteiner, Leiter des Arboner Steueramts. Das könne sich in der nächsten Woche noch ändern. Die Leute seien sich aber gewöhnt, dass die Frist zur Einreichung erst Ende Mai endet. «Es wird wohl ein, zwei Jahre dauern, bis sie die neue Frist intus haben.» Sicherheitshalber hat die Stadt Arbon im Lokalblatt eine Mitteilung über den neuen Abgabetermin plaziert.

Anders tönt es in Aadorf. «Die Leute wissen es», sagt Michelle Boesch, die stellvertretende Leiterin des Steueramts. Die Dossiers würden früher eingereicht. «Bei uns sind schon ein paar hundert eingetroffen.»

Dieselbe Beobachtung macht über den gesamten Kanton auch der Chef der Thurgauer Steuerverwaltung, Jakob Rütsche: «Der Eingang der Steuererklärungen ist gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wesentlich höher.» Dass der geänderte Abgabetermin hätte besser bekannt gemacht werden müssen, glaubt Rütsche nicht. «Die Einreichungsfrist ist auf der Steuererklärung aufgedruckt und ebenfalls in der Wegleitung aufgeführt.»

Wer den Termin trotzdem verpasst, hat zunächst nichts zu befürchten. Die säumigen Steuerpflichtigen werden im Laufe des Monats Mai auf die verpasste Frist hingewiesen und aufgefordert, die Steuererklärung umgehend nachzureichen. Viele Steuerpflichtige machen inzwischen auch Gebrauch von der Fristverlängerung. Diese kann beim Gemeindesteueramt verlangt werden, wenn die nötigen Unterlagen noch nicht komplett sind. Die Fristverlängerung werde in der Regel anstandslos gewährt, sagt Rütsche.

Immer später eingereicht

Grund für die verkürzte Frist ist der Umstand, dass in den letzten Jahren die Steuererklärungen immer später eingereicht wurden. «Somit konnten diese auch später bearbeitet werden», sagt Rütsche. Ziel ist, bis Ende Jahr jeweils rund 80 Prozent der Veranlagungen durchgeführt zu haben. Um das zu erreichen, habe die Einreichungsfrist vorverlegt werden müssen, sagt Rütsche. In den meisten anderen Kantonen ende die Frist zudem schon Ende Februar oder Ende März.