Freude an Technik früh wecken

Kinder sollen sich möglichst früh für Natur und Technik begeistern. Das Amt für Volksschule und die Pädagogische Hochschule Thurgau erhoffen sich vom neuen Unterstützungsprogramm auch einen Rückgang des Fachkräftemangels.

Katrin Zürcher
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«Natur & Technik begreifen» will auch bei Mädchen das Interesse für die Naturwissenschaften wecken. (Archivbild: Rudolf Steiner)

«Natur & Technik begreifen» will auch bei Mädchen das Interesse für die Naturwissenschaften wecken. (Archivbild: Rudolf Steiner)

FRAUENFELD. Sandra Bachmann vom Amt für Volksschule gibt ein praktisches Beispiel: «Je früher ein Kind den Stromkreis kennenlernt, desto eher wird es sich später zutrauen, eine Schaltung zu montieren.» Die Leiterin der kantonalen Abteilung für Schulentwicklung und -evaluation findet es deshalb sinnvoll, das Interesse für Natur und Technik schon bei Kindergarten- und Primarschulkindern zu wecken. Ein Schwerpunkt der aktuellen regierungsrätlichen Richtlinien sehe zudem die Stärkung der sogenannten Mint-Fächer vor. Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Eingebettet in eine gesamtschweizerische Initiative lanciert das Amt für Volksschule zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Thurgau ein dreijähriges Unterstützungsprogramm für Natur- und Technikfächer. Die Projektkosten von 300 000 Franken tragen beide Partner je zur Hälfte.

Drei Projektschulen

«Im Rahmen des Projekts wollen wir die Lehrerinnen und Lehrer der verschiedenen Stufen unterstützen, den Bereichen Natur und Technik in ihrem Unterricht mehr Gewicht zu geben», sagt Walter Berger, Leiter des Amts für Volksschule. Er erwähnt attraktive Unterrichtsmaterialien und Lehrmittel, praktische Versuche, Weiterbildungsmassnahmen. In drei Projektschulen in Amriswil, Horn und Steckborn wird schon heute verstärkt an diesen Themen gearbeitet.

Gestartet wird das Projekt am 9. Januar in Kreuzlingen mit der Thementagung «Natur & Technik begreifen». Das Amt für Volksschule und die Pädagogische Hochschule laden dazu Thurgauer Behörden und Schulleitungen ein, Lehrerinnen und Lehrer, Bildungsfachleute und Mitarbeitende. In Referaten und Workshops soll etwa der Frage nachgegangen werden, welche Unterrichtsgestaltung die Kinder neugierig macht auf diese Themen.

Alltagswissen verbessern

Die Projektleitung für diese Thementagung sowie für das ganze dreijährige Programm liegt bei Nicole Schwery, Leiterin der Initiative «Natur & Technik begreifen» an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Kreuzlingen. «Den heutigen Kindern und Jugendlichen fehlt es manchmal an Alltagswissen in den Bereichen Natur und Technik», sagt Nicole Schwery. «Das wollen wir verbessern und gleichzeitig ihr Verständnis fördern.» Eingebunden würden neben der Volksschule auch die Thurgauer Gymnasien. Die Planung ist noch nicht abgeschlossen, aber konkrete Ideen sind schon vorhanden.

Nicole Schwery denkt unter anderem an Projekte von Lehrpersonen für Lehrpersonen oder an solche von Schulkindern für Schulkinder. «Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, sondern das bestehende Angebot bündeln. Unsere Unterstützung soll für die Lehrerinnen und Lehrer keinen Mehraufwand bedeuten.»

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